Flüchtlingsquartier Dusika-Stadion wurde geschlossen

18. Februar 2016, 14:13
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Nahe gelegene "Sport- und Fun-Halle" ist weiterhin als Unterkunft in Betrieb

Wien – Das Ferry-Dusika-Stadion in Wien-Leopoldstadt, das mehrere Monate lang Hilfesuchenden Unterschlupf bot, wurde vor kurzem geschlossen und dient nicht weiter als Flüchtlingsunterkunft. Das berichtete eine Sprecherin des Fonds Soziales Wien am Donnerstag. In der einige Meter entfernten "Sport- und Fun-Halle" sind derzeit 180 Männer untergebracht.

Das Stadion bot seit Herbst Platz für bis zu 1.500 Hilfesuchende. Ursprünglich war es nur als Transitquartier für Flüchtlinge gedacht, die auf der Durchreise waren. Doch wegen des Platzmangels wurde aus dem Provisorium eine Dauerlösung. Zu Spitzenzeiten im Dezember nächtigten laut Fonds Soziales Wien 780 Personen auf dem Areal. Danach wurde die Belegung kontinuierlich reduziert.

"Sport- und Fun-Halle" weiter genutzt

In der "Sport- und Fun-Halle" werde der Betrieb hingegen vorerst weitergeführt, hieß es – Enddatum gebe es keines. "Das Dusika-Stadion war ein Notquartier der ersten Stunde und hat uns in dieser Phase sehr wichtige Dienste geleistet. Wir haben unser Ziel, die Menschen in geeignetere Quartiere zu bringen, erreicht", sagte der Wiener Flüchtlingskoordinator und Fondschef Peter Hacker.

Sozialstadträtin Sonja Wehsely (SPÖ) erklärte, dass die Halle "sicher nicht unsere Standards erfüllt" habe. "Nur, solange die anderen Bundesländer zu wenige Quartiere schaffen und der Bund nur unzureichend von seinem Durchgriffsrecht Gebrauch macht, so lange wird Wien einspringen müssen, wenn wir verhindern wollen, dass hunderte Flüchtlinge obdachlos werden. Das haben wir damit verhindert." Wehsely, Hacker und der für Sport zuständige Stadtrat Andreas Mailath-Pokorny (SPÖ) bedankten sich bei den vielen freiwilligen Helfer, die in den vergangenen Monaten in dem Stadion im Einsatz waren. (APA, 18.2.2016)

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