Wie das neue Empfehlungssystem von Netflix funktioniert

18. Februar 2016, 10:35
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Der Streamingdienst hat seine Algorithmen für Film- und Serienempfehlungen überarbeitet

Musik- und Video-Portale versuchen ihren Nutzern stets neue Inhalte zu präsentieren. Viele greifen dafür auf Personalisierung zurück und stellen sich die Frage, welche Songs, Filme und Serien einem bestimmten Nutzer gefallen könnten. Netflix hat sein Personalisierungssystem in den vergangenen Monaten überarbeitet. In einem Blogeintrag gibt der Videostreamingdienst einen Einblick, welche Mechanismen dahinterstecken, dass bestimmten Nutzern gewisse Filme und Serien empfohlen werden.

Globales Empfehlungssystem

Seit Anfang des Jahres ist der Dienst in 130 weiteren Ländern verfügbar, dafür wurde das Empfehlungssystem grundlegend umgekrempelt. Netflix teilt Nutzer in verschiedene Gruppen ein, um diesen jeweils bestimmte Filme und Serien zu empfehlen. Das passiert nicht mehr nur auf Basis des jeweiligen Landes, in dem sich die Kunden befinden. Stattdessen werden auch globale Nutzergemeinschaften identifiziert, denen ähnliche Filme und Serien gefallen.

Davon sollen einerseits Nutzer in Ländern mit einer weniger umfangreichen Kundenbasis profitieren. Und andererseits Personen, die sich für sehr spezielle Themen interessieren. Das Unternehmen erklärt das anhand von Nutzern, die sich für das Thema Ernährung und die Lebensmittelindustrie interessieren. Der Prozentsatz der "Foodies" genannten Gruppe sei in jedem einzelnen Land relativ klein. Auf dieser Basis könnten keine genauen Empfehlungen abgegeben werden. Da nun aber die Daten aller Kunden weltweit in das neue System einfließen, ergibt sich eine größere Gruppe, anhand derer sich Präferenzen besser analysieren lassen.

Ein weiteres Beispiel ist Anime – das Genre stammt aus Japan ist dort besonders populär. Tatsächlich kommen laut dem Unternehmen aber weniger als zehn Prozent der Netflix-Nutzer, die diese Art des Zeichentrickfilms mögen, aus Japan.

Kulturspezifische Vorlieben und Sprachbarrieren

Dennoch kann das System nicht exakt gleich in jedem Land angewendet werden. Denn nicht überall sind die gleichen Inhalte zu finden. Aufgrund lokaler Lizenzierungsbestimmungen können nicht alle Filme und Serien in jedem Land angeboten werden. Diese Inhalte müssen für jedes Land herausgerechnet werden. Ebenso muss die Sprache beachtet werden, da nicht alle Filme für das jeweilige Land synchronisiert bzw. mit den entsprechenden Untertiteln zur Verfügung stehen.

Andererseits muss das Unternehmen trotzdem kulturspezifische Vorlieben beachten. Man könne zwar Science-Fiction-Fans aus Argentinien und Indien die gleichen Filme empfehlen. Allerdings würden indischen Kunden beispielsweise mehr Bollywood-Produktionen vorgeschlagen.

Ob das System funktioniert, lässt sich für Netflix leicht herausfinden: Das Unternehmen muss nur auswerten, ob Nutzer die vorgeschlagenen Inhalte auch tatsächlich ansehen und wie sie sie bewerten. (red, 18.2.2016)

  • Pro Land interessieren sich nur wenige Nutzer für ernährungsspezifische Filme und Serien. Damit sie passende Vorschläge bekommen, analysiert Netflix die Vorlieben aller Kunden weltweit.
    foto: netflix

    Pro Land interessieren sich nur wenige Nutzer für ernährungsspezifische Filme und Serien. Damit sie passende Vorschläge bekommen, analysiert Netflix die Vorlieben aller Kunden weltweit.

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