New Yorker Modewoche: Spaghettiträger, Bustiers, Vampiranleihen

Ansichtssache18. Februar 2016, 15:05
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Mit der Fashion Week in New York hat die Schauensaison für die Frauenmode des kommenden Herbstes und Winters begonnen. Ein Überblick über die Shows, die im Gespräch waren

Sexy Streetstyle bei Rihanna

foto: reuters/ eduardo

Wenn Rihanna sich mit Puma zusammentut, kommt dabei Mode für Fans von Rihanna heraus. Streetstyle trifft hochgradige Sexyness, textil übersetzt heißt das: halbtransparente Stoffe, rasante Schlitze und hochgeschnittene Höschen zum Oversize-Parka. Während Rihanna auf dem Laufsteg textil aufdrehte, geriet ihre Präsentation im Gegensatz zu der von Kanye West angenehm bescheiden. Der Popstar zeigte seine Fenty & Puma-Kollektion, benannt nach Rihannas Geburtsnamen Robyn Rihanna Fenty, im kleinen Rahmen – nach einer Viertelstunde war alles vorbei.


Alexander Wang: Pudelmützen zu nackten Schultern

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Alexander Wang, der sich nach seinem Abgang von Balenciaga ganz auf seine eigene Mode konzentrieren kann, greift auf sein bewährtes Rezept zurück: Er greift ins Füllhorn der 90er-Jahre. New Yorks Modedarling der letzten zehn Jahre platziert Schriftzüge auf haarigen Strickmützen und halbtransparenten Strumpfhosen, lässt Spaghettikleider an dünnen Fäden baumeln, schmückt Mäntel mit Hanfblättern, ein Pullover wird von einer Pole-Tänzerin geziert. Für diese Kollektion braucht es starke Nerven. Und starke Trägerinnen.


Lacoste: Gelacktes Oversize

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Felipe Oliveira Baptista, seit sechs Jahren Kreativdirektor von Lacoste, zeigt eine durch und durch minimalistische Kollektion. Dafür, dass keine Langeweile aufkommt, sorgen klug eingesetzte Materialkontraste. Da treffen Oversize-Schnitte auf glänzende Lackoberflächen. Ski-Reminiszenzen gibt es auch zu entdecken – in Form von Ski-Overalls und -jacken im Retro-Verschnitt. Darübergestreut: verpixelte Grafiken von Ski-Motiven, die an die frühe Atari-Ästhetik erinnern.


Bustierparade bei Victoria Beckham

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Bei Victoria Beckham schaute die Kritik wieder genau hin: Nachdem sich die Britin in den letzten Jahren Stück für Stück von ihren hautengen Stehkleidern entfernt hat, setzt sie sich jetzt mit dem Bustier auseinander. Das läuft in den unterschiedlichsten Varianten auf, eng und steif ist bei Beckham dabei längst von gestern. Sie setzt den Bustiers Volumen entgegen, arbeitet mit dehnbaren Strickstoffen und lässt Karos und Streifen aufeinandertreffen.


Altuzarra: Hippies Deluxe

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Anstoß für diese Kollektion, bekundete Designer Joseph Altuzarra, sei Jim Jarmuschs Vampirfilm "Only Lovers Left Alive" gewesen. Doch statt Vampire über den Laufsteg zu schicken, übersetzt der Designer die eigenwillige Hippie-Welt von Adam und Eve in eine Kollektion, die von Floral- und Paisley-Mustern, angeregt von alten indischen Textilien, starken Farb- und Materialkombinationen getragen wird. Schöne Erkenntnis: Leichte Kleider lassen sich mit einem Rollkragenpullover darunter auch im Winter tragen. (Anne Feldkamp, 18.2.2016)

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