Balkanroute: Immer mehr Kinder unter den Flüchtlingen

17. Februar 2016, 18:23
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Monatsbericht: Bedenkliche Zunahme von Anti-Asylwerber-Kundgebungen Rechter im Jänner in Österreich

Wien – Mehr als die Hälfte aller Flüchtlinge und Migranten, die im Jänner in Kroatien und Slowenien ankamen, waren Kinder. In Griechenland wurden Flüchtlingshelfer nach Rettungsaktionen auf See, in Schweden Taxilenker nach Fahrten mit Flüchtlingen über die Öresund-Brücke aus Dänemark wegen Menschenschmuggel angezeigt.

Um zu gewährleisten, dass Flüchtlinge in den neuen italienischen und griechischen Hotspots der EU grundrechtskonform behandelt werden, stellte die EU-Grenzschutzagentur Frontex klar, dass Zwang nur ein "letztes Mittel" sein könne, um die Ankommenden zum Abgeben von Fingerabdrücken zu bewegen.

Bis Jänner vertraulich

Soweit drei aus einer Fülle von Informationen zum Flüchtlingsmanagement in den hauptbetroffenen Unionsstaaten aus dem Jänner-Monatsbericht der EU-Grundrechteagentur FRA; seit vergangenem Monat macht die FRA diese davor im Wochentakt vertraulich an die EU-Kommission geschickten Berichte Monat für Monat öffentlich.

Österreich wird, was die Behandlung der Ankommenden angeht, kein allzu schlechtes Zeugnis ausgestellt. Kritisch wird vielmehr angemerkt, dass im Jänner "eine zunehmende Zahl von Menschen an der deutschen Grenze nach Österreich zurückgeschickt werden".

Illegale Weiterreisen

Die österreichischen Grenzkontrollen wiederum seien so gestaltet, dass "Familien keine Trennung drohe" – wie es etwa an der Grenze zu Slowenien immer wieder vorkomme. Jedoch würden Migranten, die nicht nach Österreich hineingelassen werden – etwa weil sie angeben, weder in Österreich noch in Deutschland, sondern zum Beispiel in Schweden um Asyl ersuchen zu wollen –, "ihre Reise auf eigene Faust fortsetzen", also die Grenzen illegal überschreiten.

Die Hilfe für Flüchtlinge von zivilgesellschaftlicher Seite lief in Österreich laut FRA-Bericht im Jänner auf hohem Niveau weiter, wenn auch etwa der Arbeitersamariterbund von Austritten einzelner Mitglieder "wegen der Flüchtlingsarbeit" berichtet habe. Festzustellen jedoch sei eine bedenkliche Zunahme von Anti-Asylwerber-Aktivitäten, vor allem Demos rechter Gruppen in Österreich: Vor allem die Identitären seien im Jänner diesbezüglich höchst aktiv gewesen. (Irene Brickner, 17.2.2016)

  • Laut EU-Grundrechteagentur waren die Hälfte aller Flüchtlinge in Slowenien und Kroatien im Jänner Kinder.
    foto: afp/robert atanasovski

    Laut EU-Grundrechteagentur waren die Hälfte aller Flüchtlinge in Slowenien und Kroatien im Jänner Kinder.

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