Pensionen: Der feige Weg

Kommentar17. Februar 2016, 17:10
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Das Argument des herzlosen Pensionsautomaten zieht nicht

Vorschläge liegen mehr als genug auf dem Tisch. Die Vertreter der Wirtschaftskammer möchten alle Pensionisten, die vor dem gesetzlichen Antrittsalter in den Ruhestand treten, von den jährlichen Pensionsanpassungen ausschließen. Der Finanzminister denkt laut darüber nach, ob man die Gutschriften der noch Erwerbstätigen auf den Pensionskonten weniger stark aufwerten soll.

Dass das heimische Pensionssystem teuer ist, ist unbestritten. Fast ein Viertel der gesamten Staatseinnahmen wird zu seiner Finanzierung benötigt. Allein neun Milliarden Euro flossen im Vorjahr in die Subventionierung der Pensionen der öffentlich Bediensteten.

Die Ideen der Schwarzen wären natürlich geeignet, diese Ausgaben zu reduzieren. Ihre Umsetzung wäre aber der feigere Weg. Ehrlicher wäre es, weitere Maßnahmen zur Anhebung des Antrittsalters zu setzen. Die Österreicher gehen im Schnitt mit knapp 60 in Pension. Wie vor 40 Jahren. Die Lebenserwartung ist seither aber deutlich gestiegen. Das können auch die Sozialdemokraten nicht leugnen.

Irgendeine Form von Verknüpfung zwischen Lebenserwartung und gesetzlichem Pensionsalter wäre daher sinnvoll. Das Argument des herzlosen Pensionsautomaten zieht nicht. Ändern kann die Politik ohnehin immer jedes Gesetz. Und warum es sozial sein soll, Frauen früher (und somit mit niedrigeren Ansprüchen) in Pension zu schicken, wissen ohnehin nur die roten Frauen. (Günther Oswald, 17.2.2016)

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