Bombardier baut auch in Wien Stellen ab

17. Februar 2016, 16:01
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Der kanadische Industriekonzern Bombardier streicht rund 7000 Jobs. Wien soll nur geringfügig betroffen sein, Zahlen gibt es noch nicht

Wien/Montreal – Der kanadische Industriekonzern Bombardier streicht nach neuerlichen Verlusten in etwa jeden zehnten Arbeitsplatz. Rund 7.000 Stellen sollen in den nächsten zwei Jahren wegfallen, wie der Zug- und Flugzeug-Hersteller am Mittwoch mitteilte. Betroffen seien davon vor allem Kanada und Europa.

Der österreichische Standort im 22. Wiener Gemeindebezirk wird allerdings laut einer Sprecherin nur "geringfügigst" betroffen sein. Genaue Zahlen werde es in den nächsten Tagen geben. Aktuell sind in Wien 550 Mitarbeiter beschäftigt, wobei der Personalstand auftragsbedingt schwanke.

Bomardier Wien liefert auch die neuen Straßenbahngeneration der Bundeshauptstadt. Ab 2018 sollen die ersten "Flexity"-Züge durch Wien rollen. Sie unterscheiden sich optisch kaum von den bisherigen ULF-Garnituren von Siemens. Auf den zweiten Blick fallen aber doch einige Unterschiede auf. So gibt es etwa mehr Platz für Kinderwagen und Rollstühle, allerdings eine Tür weniger pro Bim.

Jahr des Übergangs

Aber zurück zum Gesamtkonzern: 2016 werde jedenfalls ein Jahr des Übergangs, sagte Vorstandschef Alain Bellemare. Der Konzern müsste wieder wettbewerbsfähiger werden.

Im Schlussquartal 2015 brach der Umsatz um knapp 16 Prozent auf 5,02 Mrd. Dollar (4,5 Mrd. Euro) ein. Der Verlust wurde zumindest deutlich reduziert. Für dieses Jahr prognostiziert Bombardier einen Umsatz von 16,5 bis 17,5 Mrd. Dollar. 2015 waren es 18,2 Mrd. Dollar. Das operative Ergebnis (Ebit) soll sich dieses Jahr auf 200 bis 400 Mio. Dollar belaufen – vergleichsweise wenig für Unternehmen dieser Größenordnung.

Hoffnung setzt das Management in die neuen Flugzeuge der C-Serie. Air Canada unterzeichnete am Mittwoch eine Absichtserklärung zum Kauf von bis zu 75 Jets vom Typ CS300. Diese sind zu Listenpreisen rund 3,8 Mrd. Dollar wert. Sie sollen von 2019 an ausgeliefert werden.

Das neu entwickelte Flugzeug ist deutlich teurer und kommt viel später als ursprünglich geplant. Bombardier hatte deswegen in Kanada staatliche Hilfen in Anspruch nehmen müssen. Mit der C-Serie will das Unternehmen Boeing und Airbus im lukrativen, aber hart umkämpften Geschäft mit Flugzeugen ab 100 Sitzen Konkurrenz machen. (APA, 17.2.2016)

  • Bombardier baut kräftig um und streicht jeden zehnten Job.
    foto: afp

    Bombardier baut kräftig um und streicht jeden zehnten Job.

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