Exorzismus-Doku in "Kreuz & Quer": Das Böse unter uns

17. Februar 2016, 15:31
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Wer will schon jahrelang von einem Dämon besessen sein?

Wer das Böse besiegen will, braucht mitunter Hilfe von oben. Oder einen polnischen Priester. Denn wer will schon jahrelang von einem Dämon besessen sein? Man könnte sich nun fragen, ob man vielleicht nur deshalb auf derartigen Beistand angewiesen ist, weil man an das Böse glaubt, doch das wäre eine selbsterfüllende Prophezeiung.

Die Symptome jener drei jungen Frauen aus Polen, die das Religionsmagazin "kreuz & quer" bei ihrem ermüdend unermüdlichen Kampf gegen die Besessenheit begleitete, schlossen jeden Zweifel aus: Es kann keinen schlimmeren Albtraum geben als jenen, nicht in die Kirche gegangen zu sein und deshalb von schwarzen Männern verfolgt zu werden. Hunderte Priester haben sich bereits zu Exorzisten fortbilden lassen, um unzähligen jugendlichen Besessenen zu "helfen". So wie jener 30-Jährigen, die sich erotisch zu Frauen hingezogen fühlt und einem "Befreiungsgottesdienst" im Internet beiwohnt. Wenn hier bloß nicht der Teufel mit dem Beelzebub ausgetrieben wird.

Doch um keine Missverständnisse aufzukommen zu lassen: Was die Betroffenen durchleiden, ist definitiv kein Heidenspaß, sondern ein Ausgeliefertsein an ihre Macht missbrauchende Autoritäten. Wenn der Exorzist in der Schule Religion unterrichtet, sind die Kinder bereits seine nächsten Klienten. Dagegen hilft auch kein Spiderman auf dem Federpennal.

In der Diskussionsrunde wurde schließlich versucht, das Böse wissenschaftlich zu erforschen, wobei ausgerechnet die Humanbiologin sich an einer waghalsigen Definition versuchte: "Der Teufel ist das, was wir nicht haben wollen." Wer’s glaubt, wird selig. (Michael Pekler, 17.2.2016)

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