Bürger wehren sich gegen Schließung der Brenner-Grenze

18. Februar 2016, 06:00
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Durch verschiedene Aktionen wird versucht, den Zaunbau zu stoppen

Im Internet formiert sich Widerstand gegen die geplanten Grenzschließungen. Die Facebook-Seite "Kein Zaun am Brenner" fand in den vergangenen Tagen mehr als 3.100 Unterstützer, eine gleichnamige Onlinepetition wurde seit Freitag von mehr als 2.800 Menschen unterzeichnet.

"Mit so viel Zuspruch haben wir überhaupt nicht gerechnet", sagt einer der Initiatoren. "Wobei man natürlich sagen muss, dass man die Petition nicht ganz mit einer Unterschriftenaktion vergleichen kann, weil die Leute nur eine E-Mail-Adresse angeben müssen." Hinter seiner Gruppe stünden jedenfalls auch "mehrere Netzwerke und Hilfsorganisationen". Und: "Es sind noch einige Aktionen geplant."

Umsetzung des Zaunbaus "einstellen"

Was genau, werde in den kommenden Tagen konkretisiert. "In Spielfeld haben wir von Blockadeaktionen noch abgesehen, weil dort alles so chaotisch war und wir die Hilfsorganisationen nicht zusätzlich in ihrer Arbeit behindern wollten. Auf dem Brenner sieht das jetzt anders aus", lässt die Gruppe ausrichten.

Im Petitionstext werden Tirols Landeshauptmann Günther Platter und Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (beide ÖVP) aufgefordert, "die Umsetzung des Zaunes am Brenner einzustellen" und "auch künftig auf eine – wie auch immer geartete – Barriere gegen Menschen und die Freiheit in der Europaregion zu verzichten".

Auch Künstler gegen Grenzen

Österreichische und Südtiroler Kunst- und Kultureinrichtungen haben indessen anlässlich des EU-Flüchtlingsgipfels am Donnerstag und Freitag in Brüssel einen Aufruf gestartet, von dem sie hoffen, dass ihn möglichst viele Menschen unterzeichnen.

Die Autoren zeigen sich in einer gemeinsamen Erklärung "entsetzt, dass die Brenner-Grenze wieder geschlossen werden soll". Der offene Brennerpass sei schließlich ein Symbol für ein befriedetes und gemeinsames Europa. "Werden die Grenzen wieder hochgezogen, ist das der erste Schritt zur Auflösung der Europäischen Union", schreiben sie. (Katharina Mittelstaedt, 18.2.2016)

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