Delikte von Asylwerbern weniger stark gestiegen als Zahl der Asylwerber

17. Februar 2016, 13:30
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Anteil der Sexualdelikte in Deutschland laut BKA unter einem Prozent, Zahlen in Österreich ähnlich

Berlin – Die Zahl der in Deutschland von Asylwerbern begangenen Straftaten hat gemessen an der massiv gestiegenen Zahl der Flüchtlinge und Migranten deutlich weniger stark zugenommen. Im Vergleich der Jahre 2014 und 2015 habe sich die Zahl der Flüchtlingen zugerechneten Straftaten um 79 Prozent erhöht, die Zahl der Flüchtlinge aber um 440 Prozent, berichtete die "Bild"-Zeitung vom Mittwoch.

Nach Einschätzung des deutschen Bundeskriminalamts (BKA) begeht die "weit überwiegende Mehrheit der Asylsuchenden keine Straftaten", zitierte die Zeitung aus einem als Verschlusssache eingestuften Bericht. Demnach stieg im ersten Halbjahr 2015 die Zahl der Straftaten zunächst deutlich, im zweiten Halbjahr stagnierte sie dann. Im zweiten Halbjahr 2015 kamen aber die meisten Flüchtlinge nach Deutschland.

Ähnliche Entwicklung auch in Österreich

Der "Kurier" hatte ebenfalls am Mittwoch über die Situation in Österreich berichtet: Die Zahl der Strafanzeigen gegen Asylwerber ist zwar von 10.000 im Jahr 2014 auf 14.000 im vergangenen Jahr gestiegen. In Relation sei das aber ein niedrigerer Anstieg, denn im Vorjahr verdreifachte sich die Zahl der Asylanträge auf rund 100.000. Zu einem ähnlichen Ergebnis kam bereits die Beantwortung einer parlamentarischen Anfrage im Vorjahr, als jeweils die angezeigten Straftaten und die Asylantragszahlen der ersten drei Quartale verglichen wurden.

Geringer Anteil an Sexualdelikten

In Deutschland wurden Flüchtlingen laut "Bild" im vergangenen Jahr 208.344 Straftaten vorgeworfen, Vermögens- und Fälschungsdelikte, Schwarzfahren und Diebstahl kommen in der Liste ganz vorne. Der Anteil von Sexualdelikten lag demnach unter einem Prozent, von 1.688 angezeigten Verstößen gegen die sexuelle Selbstbestimmung seien 458 Vergewaltigungen oder sexuelle Nötigungen gewesen. Das ist nur ein geringer Anteil an den deutschlandweiten Sexualdelikten. Nach den jüngsten vorliegenden Zahlen gab es 2014 laut dem Bericht in Deutschland knapp 47.000 Sexualdelikte.

Die Übergriffe aus der Silvesternacht in Köln sind laut "Bild" allerdings in dem BKA-Bericht noch nicht erfasst. Außerdem fehlen Zahlen aus Nordrhein-Westfalen, Bremen und Hamburg. (APA, AFP, 17.2.2016)

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