Planungsstopp für Sanierung und Neubau des ORF-Zentrums aufgehoben

17. Februar 2016, 13:27
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"Planungsparameter des Neubaus sowie Optimierungen bei Sanierungstiefe" wurden angepasst – "Büro des Medienstandortes" unter Leitung von Strobl eingerichtet – Hubert Püllbeck als Chef-Controller

Wien – Der ORF hat den im Dezember verhängten Planungsstopp bei Sanierung und Neubau des ORF-Zentrums am Küniglberg wieder aufgehoben. Dies teilten ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz und Finanzdirektor Richard Grasl nach einer zweitägigen Geschäftsführungsklausur in einer Mitarbeiterinformation mit.

Kleineres News-Center

Zugleich wurden die "Planungsparameter des Neubaus sowie Optimierungen bei der Sanierungstiefe des Bestandes auf Basis der Erfahrungen im Objekt 1" angepasst, erklärten die ORF-Direktoren in dem internen Schreiben. Man habe "die notwendigen Maßnahmen gesetzt, um das Budget-Ziel sowie den Gesamt-Terminplan zu halten". Laut den Neuplanungen soll etwa der derzeitige ORF-Newsroom, der die "Zeit im Bild"-Studios und -Redaktionen beheimatet und erst 2001 errichtet wurde, nicht abgerissen, sondern weiter genutzt werden. Das neue multimediale News-Center werde dafür etwas kleiner dimensioniert, war im ORF zu hören.

Kostenwarnung

303 Millionen Euro wurden für das Medienstandort-Projekt ursprünglich budgetiert. Mit den Mitteln sollen bis 2020 die bestehenden Objekte am Küniglberg saniert und ein neues multimediales News-Center gebaut werden. Im Herbst gab es rund um das Bauvorhaben seitens der Geschäftsführung allerdings eine Kostenwarnung. Bei der Sanierung und Renovierung des Hauptgebäudes, die heuer abgeschlossen werden soll, fielen die Ausgaben höher aus als geplant. 42,8 Millionen Euro waren für den Bauteil budgetiert, dazu wurden 8 Millionen als Reserve eingeplant und 2,2 Millionen für etwaige Valorisierungen eingepreist. Im Dezember hielt man bei einer Kostenprognose von 54,3 Millionen, was um 11,5 Millionen mehr wäre als die ursprünglich geplanten Grundkosten. 3,3 Millionen werden derzeit aufgrund Kosten dämpfender Maßnahmen wieder eingespart.

"Als im Herbst 2015 ersichtlich wurde, dass aufgrund von Auflagen im Denkmalschutz, Nachrüstverpflichtungen im Brandschutz sowie notwendigen statischen Maßnahmen bei der Sanierung des Objekts 1 auf die für solche Zwecke budgetierten Reserven zugegriffen werden muss, hat die Geschäftsführung umgehend reagiert", so Wrabetz und Grasl. "Das gesamte Projekt-Team wurde beauftragt, Maßnahmen zu erarbeiten um sicherzustellen, dass das vorgesehene Gesamtbudget für den konsolidierten ORF Medienstandort nicht überschritten wird."

"Büro des Medienstandortes" unter Leitung von Strobl eingerichtet

Um diesen Prozess zu beschleunigen und den weiteren Projektverlauf zu optimieren, wurde die Projektorganisation nun im Rahmen einer sogenannten Organisationsanweisung um das "Büro des Medienstandortes" unter der Leitung von Pius Strobl erweitert. Das "Büro des Medienstandortes" fungiere als Bauherrenvertreter sowie Bindeglied zwischen der ORF-Geschäftsführung, dem laufenden Betrieb und der Projektleitung unter Bert Müller, berichteten die ORF-Manager.

Darüber hinaus wurde aus dem ORF-Controlling Hubert Püllbeck als Chef-Controller in das Projekt entsandt. "Durch die damit optimierte Struktur hinsichtlich der Anforderungsdefinition des ORF an das Bauprojekt (Büro Medienstandort) und deren Umsetzung (Projektleitung) soll auch in Zukunft ein effizienter und kostenbewusster Projektverlauf sichergestellt werden." (APA, 17.2.2016)

Nachlese

"Inakzeptable" Baukosten: ORF bremst – Baut der ORF weiter wie bei seinem großen Verwaltungstrakt, sprengt er den Rahmen von 303 Millionen. Der neue Projektchef soll das verhindern

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