Brände: Evakuierungen in Graz und Wien, Todesopfer im Hausruckviertel

17. Februar 2016, 11:29
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Oberösterreicher wurde Im Schlaf von giftigem Rauch überrascht – Kindergarten in Wien geräumt

Wien/Graz/Haag am Hausruck – Ein Brand in einem Wohnhaus hat in der Nacht auf Mittwoch in Haag am Hausruck ein Todesopfer gefordert. In Graz musste ebenfalls wegen eines Feuers ein Mehrparteienhaus evakuiert werden, in Wien wurden Kinder eines Kindergartens nach einem Brand im Müllraum in Sicherheit gebracht.

Der 54-Jährige in Oberösterreich wurde im Schlaf vom giftigen Rauch überrascht, gaben die Landespolizeidirektion Oberösterreich und das Bezirksfeuerwehrkommando Grieskirchen in Aussendungen bekannt. Ein Autolenker, der an dem Gebäude vorbeifuhr, löste den Alarm für die Einsatzkräfte aus. Er hatte die starke Rauchentwicklung bemerkt und eine am Boden liegende Frau gesehen. Es handelte sich um die 79-jährige Hauseigentümerin, die sich ins Freie gerettet hatte. Sie wurde leicht verletzt. Nachbarn leisteten ihr Erste Hilfe.

Schon bei der Anfahrt zum Brandort erhielt die Feuerwehr die Information, dass sich noch eine Person in dem Objekt befinde. Ein Atemschutztrupp entdeckte den im Bett liegenden 54-jährigen Sohn der 79-Jährigen im ersten Stock. Ein Notarzt und Rettungssanitäter konnten ihn nicht mehr wiederbeleben. Die Ursache des Feuers war am Mittwoch noch unbekannt. Es dürfte gegen 22.40 Uhr im Heizraum, der sich im Erdgeschoß befindet, ausgebrochen sein.

Acht Personen in Graz evakuiert

Zu einem Kellerbrand ist es Mittwochfrüh im Grazer Bezirk St. Leonhard gekommen. Acht Bewohner eines Mehrparteienhauses wurden von der Berufsfeuerwehr in Sicherheit gebracht. Die Personen – unter ihnen auch drei Kinder – waren wegen der starken Rauchentwicklung im Stiegenhaus bereits auf die Balkone geflüchtet. Drei Menschen mussten mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung ins Spital gebracht werden.

Der Brand war laut der Berufsfeuerwehr Graz um 6.39 in dem Gründerzeitgebäude in der Mandellstraße aus bisher ungeklärter Ursache in einem abgeschlossenen Kellerraum ausgebrochen. Die Feuerwehr rückte mit sieben Fahrzeugen und 28 Mann aus. Im Stiegenhaus war es zu diesem Zeitpunkt schon zu einer massiven toxischen Rauchentwicklung gekommen.

"Die Bewohner haben sich vorbildlich verhalten und sind auf die Balkone geflüchtet und haben auf sich aufmerksam gemacht – die einzige richtige Verhaltensweise in dieser Gefahrensituation. Eine Flucht durch das Stiegenhaus wäre fatal gewesen", schilderte Branddirektor Johannes Kirnich in einer Mitteilung. Die acht Personen erhielten sogenannte Brandfluchthauben, mit denen sie das Stiegenhaus passieren konnten. Dennoch mussten drei Bewohner mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus gebracht werden. Die Brandursache war Mittwochvormittag noch nicht geklärt, der Sachschaden wurde auf rund 30.000 Euro geschätzt.

Brand in Müllraum

In Wien sind rund 20 Kindergartenkinder ebenfalls Mittwochfrüh vor Rauchentwicklung aus einem benachbarten Müllraum in Sicherheit gebracht worden. Die Mädchen und Buben wurden in einem Katastrophenfahrzeug der Berufsrettung Wien kurzfristig betreut, während die Feuerwehr das Gebäude lüftete.

Das Feuer war gegen 8.00 Uhr in einem ebenerdigen Mistraum in der Kobelgasse in Simmering ausgebrochen. "Ein Müllbehälter hat gebrannt. Dadurch wurden auch das Stiegenhaus sowie der Turnsaal und ein Gruppenraum des Kindergartens verraucht", sagte ein Sprecher der Feuerwehr.

Die Kinder wurden zunächst in den nicht betroffenen Gruppenräumen in Sicherheit gebracht. Während der gründlichen Durchlüftung des Gebäudes übernahmen dann die Berufsretter die Kleinen für kurze Zeit. Der Brand war rasch gelöscht, der Feuerwehreinsatz dauerte knapp eine Stunde. "Es wurde niemand verletzt", sagte Rettungssprecher Andreas Huber. (APA, red, 17.2.2016)

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