Fonds zocken mit Heta-Anleihen

17. Februar 2016, 08:48
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Pimco hat Anleihen vermutlich zu 95 Cent gekauft

Wien/Klagenfurt – Der Fonds Pacific Investment Management Company (Pimco), Teil des Gläubigerkonsortiums, das das Kärntner Angebot zum Rückkauf von Heta-Anleihen ablehnt, hat laut Bloomberg seine Papiere vermutlich um 95 Cent je 100 Cent Nominale gekauft. Kärnten will die Papiere um 75 Cent je Nominale von 100 Cent zurückkaufen. Das Konsortium lehnt dies ab und will 100 Cent.

Mehrere Pimco-Fonds hätten fünf verschiedene Heta-Anleihen erworben, großteils im zweiten Quartal 2014 – in Summe ein Nominale von 300 Millionen Euro. Alle Papiere seien in diesem Quartal über 95 Cent je 100 Cent Nominale gehandelt worden. Pimco kommentiert dies nicht.

Andere Hedgefonds wie Knighthead Capital Management und Canyon Capital Advisors hätten Heta-Papiere erst gekauft, als das Institut schon abgewickelt wurde, und sie "könnten die Anleihen für nur 55 Cent pro Euro gekauft haben". Große deutsche Banken, die den Großteil des Konsortiums bilden, hätten ihre Papiere hingegen meist vor 2007 gekauft und nach Vorgabe der EZB zur Hälfte abgeschrieben. Sie könnten daher, auch wenn sie Teil des Konsortiums seien, das Angebot annehmen und einen Gewinn buchen. Derzeit sind Heta-Anleihen im Gegenwert von elf Milliarden Euro offen, davon hält die Gruppe nach eigenen Angaben fünf Mrd. Euro. Sie kann damit einen Deal blockieren.

Positives Angebot

Zwei von Bloomberg zitierte Analysten sehen das Kärntner Angebot eher positiv. "Ich war überrascht, dass eine breite Gruppe von Anleihehaltern das Angebot so rasch abgelehnt hat, denn es schien mir nicht so schlecht", sagt etwa Otto Dichtl, Analyst bei Stifel Financial Corp in London. Auch wenn manche der Konsortiumsmitglieder vorerst zusammenhalten wollen, "macht das nicht unbedingt immer Sinn, und die Interessen sind unterschiedlich".

Frederick Gentis von Wallich & Matthes, ein laut Bloomberg auf deutsche und österreichische Ausfallbürgschaften spezialisierter Händler, meint: "Es wird eine Abwägung zwischen dem Verlust und der Zeit, die es braucht, um vor Gericht 100 Prozent zu erhalten, geben. Wenn es drei Jahre oder mehr vor Gericht braucht, um zu einer Auszahlung zu kommen, könnte man über einen Verlust nachdenken." (APA, 17.2.2016)

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