Gehirngröße und Intelligenz nehmen in Europa immer mehr zu

16. Februar 2016, 20:48
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Forscher stellen bei Briten und Deutschen Zusammenhang zwischen IQ-Anstieg und Hirnwachstum fest

Chemnis – Die Gehirne der Europäer sind im vergangenen Jahrhundert gewachsen – und mit ihnen hat auch der durchschnittliche Intelligenzquotient zugenommen. Ein internationales Wissenschafterteam um Michael A. Woodley of Menie von der Technischen Universität Chemnitz stützt seine Aussagen auf die Sekundär-Analyse von zwei Datensätzen, die mehrere Studien repräsentieren und Hinweise auf eine langfristige Steigerung der Gehirnmasse in Großbritannien und Deutschland geben.

In Großbritannien zeigen sich für einen Zeitraum von 80 Jahren folgende Zahlen: Bei Männern stieg die Masse des Gehirns im Schnitt um 52 Gramm, bei Frauen um 23 Gramm an. In Deutschland lag der Anstieg innerhalb von 99 Jahren bei Männern bei 73,16 Gramm, bei Frauen bei 52,27 Gramm.

Hieraus haben die Forscher nach einer Methode des US-amerikanischen Psychologen Arthur R. Jensen berechnet, wie hoch der Anstieg des IQ ist, der sich durch das Wachstum des Gehirns begründet: Bei den Männern in Großbritannien liegt der so ermittelte Anstieg, der allein auf das Gehirnwachstum zurückzuführen ist, bei 0,19 Punkte pro Jahrzehnt; bei den Frauen sind es 0,08 Punkte. In Deutschland zeigt sich ein Anstieg des IQ pro Jahrzehnt von 0,2 Punkten bei Männern und 0,15 bei Frauen.

Flynn-Effekt: Intelligenz nimmt konstant zu

Diese Zahlen haben die Wissenschafter wiederum ins Verhältnis gesetzt zu den Prognosen des so genannten Flynn-Effekts. "Einer der Co-Autoren unserer Veröffentlichung ist James Flynn, der als einer der ersten nachgewiesen hat, dass der Intelligenzquotient in unterschiedlichen Bevölkerungen mit der Zeit konstant ansteigt. Dieser IQ-Anstieg wird in Anerkennung seiner Entdeckung als Flynn-Effekt bezeichnet", erklärt Woodley of Menie.

Der Flynn-Effekt beschreibt, dass der Intelligenzquotient in westlichen Staaten seit Beginn des 20. Jahrhunderts stetig um durchschnittlich drei Punkte pro Jahrzehnt gestiegen ist. Die aktuelle Studie zeigt nun, dass ein Teil des Flynn-Effektes durch das Wachstum des Gehirns erklärt werden kann. In Großbritannien, wo der Gesamtanstieg des IQ Untersuchungen zufolge von 1932 bis 2008 bei 1,1 Punkte pro Dekade lag, beziffert sich der Beitrag des Anstiegs der Gehirnmasse auf fast 13 Prozent. In Deutschland, wo für den Zeitraum von 1956 bis 2008 ein Gesamtanstieg um 6,1 IQ-Punkte nachgewiesen wurde, beträgt der Anteil rund drei Prozent. (red, 16.2.2016)

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