Studie: Sport nach Lernen besser als Computerspielen

16. Februar 2016, 13:40
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Fachhochschule Oberösterreich: Deutliche Unterschiede bei der Merkfähigkeit

Sport unmittelbar nach dem Lernen fördert die Merkfähigkeit,Computerspielen vermindert sie. Das hat ein wissenschaftliches Experiment einer Forschergruppe um Harald Kindermann von der Fakultät für Management der Fachhochschule OÖ am Campus Steyr gezeigt. Die Arbeit wird in der Fachzeitschrift "Cognitive Systems Research" erscheinen, teilte die Fachhochschulen (FH) am Dienstag mit.

Für die Studie wurden insgesamt 60 männliche Schüler aus Steyr und Linz im Alter von 16 bis 19 Jahren herangezogen, die alle regelmäßig ein bestimmtes Computerspiel betreiben – "bei dem man sich gegenseitig abmetzelt", wie es Kindermann beschreibt. Sie bekamen das gleiche Mittagessen und sahen anschließend die gleiche TV-Dokumentation "Planet Erde", um den selben emotionalen Level zu erreichen.

Testablauf

Dann ging es an das Lernen: In einer begrenzten Zeit sollten sich die Schüler türkische Vokabeln, Telefonnummern, einen Weg durch eine imaginäre Stadt sowie verschiedene Objekte merken. Dem folgte – überwacht von 16 Aufpassern – ein erster Test, mit dem erhoben wurde, wie viel sich die Schüler gemerkt hatten.

Die 60 Jugendlichen wurden daraufhin in drei gleich große Gruppen geteilt: Eine spielte eine Stunde lang das Computerspiel, eine ging moderat walken oder laufen, eine machte nichts. Bei einem erneuten Test wiesen die Computerspieler einen "dramatischen Gedächtnisverlust" auf, berichtete Kindermann. Bei den Sportlern war das Gemerkte deutlich höher als zuvor. Die Gruppe, die sich weder am Computer noch mit Bewegung entspannt hatte, lag mit einem leichten Gedächtnisverlust "mittendrin".

Stresslevel

In mehreren Phasen des Testlaufes wurde zudem das Hormon Kortisol im Speichel der Probanden gemessen, um festzustellen, wie sehr sie gestresst waren. Beim Computerspiel war der Hormon-Level nicht erhöht – offensichtlich wirkte das häufig genutzte Spiel beruhigend auf die Schüler. Sport erhöhte den Kortisol-Spiegel dagegen, was beim Abspeichern von Gelerntem nütze, erläuterte Kindermann.

"Mein Rat: Genau überlegen, was man nach dem Lernen macht", resümierte der FH-Professor. Er befasst sich als Konsumentenverhaltensforscher schwerpunktmäßig mit Werbewirkung und Entscheidungsverhalten. Aber: "Die für das Lernen wichtigen theoretischen Hintergründe sind die gleichen, die auch bei Werbemaßnahmen wirken." Kindermann arbeitete bei der Studie mit dem Neurologen Andrija Javor vom Institut für Sinnes- und Sprachneurologie des Krankenhauses der Barmherzigen Brüder in Linz und Martin Reuter vom Institut für Differentielle und Biologische Psychologie an der Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität in Bonn zusammen. (APA, 16.2.2016)

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    foto: reuters/ina fassbender
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