Großbritannien will Gesetze weiter auf Tierhäute drucken

15. Februar 2016, 14:46
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Regierung intervenierte nach Entscheidung im Oberhaus

London – Es ist eine Tradition, die die britische Regierung um keinen Preis aufgeben will: das Drucken von Gesetzestexten auf Tierhäute. In der vergangenen Woche hatte das Oberhaus entschieden, aus Kostengründen darauf zu verzichten und so jährlich mehr als 100.000 Euro zu sparen. Das Cabinet Office, das die Regierungsaktivitäten koordiniert, schritt nun dagegen ein.

Cabinet-Office-Minister Matthew Hancock sagte dem "Daily Telegraph" vom Montag, die Behörde sei bereit, die Druckkosten zu übernehmen. "Die Welt um uns herum ändert sich ständig, daher sollten wir uns einige unserer großen Traditionen bewahren und das Pergament nicht aussterben lassen."

Das letzte Wort dürfte aber noch nicht gesprochen sein: Einige Abgeordnete stellten klar, dass das Parlament und nicht die Regierung darüber zu entscheiden habe.

Die Gesetze auf Pergamentrollen werden in einem zum Londoner Parlamentsgebäude gehörenden Turm – dem Victoria-Tower – aufbewahrt. Sie nehmen viel Platz weg: So ist etwa eines zu Steuerfragen aus dem Jahr 1821 fast 350 Meter lang. Zu zweit würde es einen Tag lang dauern, den kompletten Text auszurollen. (APA, 15.2.2016)

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