Zahl der importierten Zika-Fälle steigt, drei in Österreich

15. Februar 2016, 12:51
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In Deutschland bisher 20 Fälle – Erster diagnostizierter Fall in Russland

Rio de Janeiro/Wien/Berlin – Die Zahl der nach Europa eingeschleppten Zika-Virus-Fälle steigt. Mit dem Fernreiseverkehr sind derzeit immer wieder Fälle zu erwarten. "In Österreich hatten wir bisher drei. Die Diagnosen wurden bereits im Jänner gestellt", sagte Stephan Aberle vom Department für Virologie der Med-Uni Wien am Montag der APA. In Deutschland wurden bis Montag 20 Erkrankungen registriert, einen ersten Fall gibt es auch in Russland.

Die erste Infektion mit dem Virus in Österreich war nach der Heimkehr einer Reisenden aus Brasilien festgestellt worden. "Die zwei anderen Fälle stammen aus Kolumbien. Es handelte sich in allen drei Fällen um einen unkomplizierten Krankheitsverlauf bei Nichtschwangeren mit einem Ausschlag und Gelenksbeschwerden", sagte Aberle. Krank geworden seien die Betroffenen schon auf der Reise, nur die Diagnose sei in Österreich erfolgt. Rund 80 Prozent der Zika-Infektionen verlaufen ohne Symptome, die meisten übrigen mit vorübergehenden grippeähnlichen Beschwerden.

Die Zahlen aus Deutschland entsprechen im Ausmaß jenen in Österreich. Eine Zika-Infektion ist bei 20 Menschen in Deutschland festgestellt worden, teilte das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (BNITM) am Montag mit. Unter den Betroffenen gibt es demnach keine schwangeren Frauen. Alle Infizierten haben sich bei Reisen in Lateinamerika angesteckt. Das Institut rechne weiterhin mit steigenden Fallzahlen, sagte Facharzt Dennis Tappe.

Verdacht auf Fehlbildungen bei Babys

Das Zika-Virus, das erstmals vor knapp 70 Jahren im Zika-Wald in Uganda entdeckt wurde, hat sich in den vergangenen Monaten rasant in Lateinamerika ausgebreitet. Allein in Brasilien schätzen die Behörden die Zahl der Infektionen auf 500.000 bis 1,5 Millionen – viele bleiben unerkannt. Der Erreger steht im Verdacht, bei Infektionen von Schwangeren Fehlbildungen bei Babys zu verursachen (Mikrozephalie). Die Kinder kommen mit zu kleinen Schädeln auf die Welt, das führt meist zu geistigen Behinderungen.

Erstmals ist auch in Russland Behörden zufolge eine eingeschleppte Zika-Infektion nachgewiesen worden. Eine Frau habe das Virus von einem Besuch der Dominikanischen Republik mitgebracht, teilte die Konsumentenschutzbehörde am Montag mit. Die Patientin liege im Krankenhaus, ihr Zustand sei zufriedenstellend.

Die Frau habe nach der Rückkehr über Fieber und Hautausschlag geklagt. Ein Labortest habe das Zika-Virus nachgewiesen, teilte die Behörde mit. Die Familie der Frau sei untersucht worden, allerdings hätten Tests keine weitere Erkrankung ergeben. (APA, dpa, 15.2.2016)

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