Wegen Fotos von Aktgemälde gesperrt: Lehrer zeigt Facebook an

15. Februar 2016, 11:49
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Prozess kann in Frankreich beginnen, entschied ein Gericht – Nutzer fordert 20.000 Euro Schadenersatz

Ein französischer Lehrer hat das soziale Netzwerk Facebook angezeigt. Er war gesperrt worden, nachdem er ein Foto des Gemäldes "Der Ursprung der Welt" von Gustave Courbet veröffentlicht hatte. Darauf sind weibliche Geschlechtsorgane zu sehen. Das Gemälde sorgte schon im 19. Jahrhundert für Skandale, Courbet hatte es 1866 fertiggestellt. Anfangs war es hinter einem zweiten Gemälde versteckt, das sich mit einem Schlüssel öffnen ließ.

20.000 Euro Schadenersatz gefordert

Der französische Lehrer bezeichnet sich als Kunstliebhaber und will von Facebook nun Schadenersatz für die Sperre. Er fordert 20.000 Euro. Ein Gericht sollte nun entscheiden, ob der Prozess in Frankreich stattfinden darf. Das wurde bejaht, obwohl Facebook auf Kalifornien beharrt hatte. Das soziale Netzwerk argumentierte, dass der Service global und kostenfrei sei. Der französische Richter sah das allerdings anders.

Vorwurf: Zweierlei Maßstäbe

Damit kann in Kürze ein wegweisender Prozess starten. Facebook steht unter anderem in der Kritik, weil gegen Nacktheit stärker als gegen Hetze und Gewaltaufforderungen vorgegangen wird. Auch der Kläger beruft sich darauf: "Einerseits lässt Facebook Gewalt und gewaltvolle Ideen kursieren, andererseits ist es extrem prüde, was den menschlichen Körper betrifft", zitiert ihn der "Guardian". (red, 15.2.2016)

  • "Der Ursprung der Welt" hängt im Musée d’Orsay in Paris
    foto: gemeinfrei (wikimeda)

    "Der Ursprung der Welt" hängt im Musée d’Orsay in Paris

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