Geplante Obsoleszenz: "Nichts spricht für fest verbaute Akkus"

15. Februar 2016, 07:40
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Strategien gegen die Wegwerfgesellschaft – Konzerne sollen Lebensdauer von Geräten angeben

Forscher des Ökoinstituts und der Universität Bonn haben einen Maßnahmenkatalog entwickelt, mit dem sich die Lebensdauer von Elektrogeräten verlängern ließe. In ihrer Studie, die im Auftrag des Umweltbundesamts erstellt wurde, empfehlen sie nach Informationen von "Spiegel online" unter anderem politische Vorgaben, wie lange Produkte mindestens fehlerfrei funktionieren müssen. "Konzerne sollten, soweit möglich, die voraussichtliche Lebensdauer eines Geräts angeben", sagt Maria Krautzberger, die Chefin des Umweltbundesamts. "Und zwar am besten in Nutzungsstunden, nicht in Jahren."

"Nichts spricht für fest verbaute Akkus"

Die Forscher schlagen außerdem vor, Mindestanforderungen zu definieren, an denen sich Qualität und Haltbarkeit von kritischen Bauteilen und Komponenten messen lassen. Zudem sollten die Hersteller dafür sorgen, dass die Produkte einfacher zu reparieren sind. Nötig wären dafür ein freier Zugang zu Ersatzteilen und transparente Informationen für unabhängige und nicht herstellergebundene Reparaturbetriebe. Akkus von Smartphones oder Notebooks sollten leicht durch den Nutzer selbst oder kostengünstig über einen Fachbetrieb ausgewechselt oder repariert werden können. "Nichts spricht für fest verbaute Akkus", sagt Siddharth Prakash, einer der Studienautoren.

Lebensdauer zwischen 2005 und 2012 von sechs auf 5,1 Jahre gesunken

Nach Angaben des Ökoinstituts wurden in Deutschland 2014 mehr als 24 Millionen Smartphones, sieben Millionen Tablets und acht Millionen Fernseher verkauft. Für Herstellung, Vertrieb, Gebrauch und Entsorgung solcher Geräte wird viel Energie benötigt, entsprechend hoch sind die CO2-Emissionen. Der Studie zufolge hat sich die Lebensdauer von großen Haushaltsgeräten wie Waschmaschinen, Wäschetrocknern und Kühlschränken zwischen 2004 und 2012 im Schnitt von 14,1 auf 13 Jahre verkürzt. Bei Notebooks sei sie zwischen 2005 und 2012 von sechs auf 5,1 Jahre gesunken. Zahlen zur Nutzungsdauer von Geräten hatte das Umweltbundesamt bereits im März veröffentlicht. Die komplette Studie will Deutschlands zentrale Umweltbehörde am Montag vorstellen. (red, 14.2. 2016)

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Spiegel

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