Falscher Terrorverdacht: Schwerbewaffnete überfielen französisches Casino

14. Februar 2016, 15:00
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Besucher dachten zuerst an einen Terroranschlag – Verdächtiger festgenommen

Marseille – Schwerbewaffnete Männer haben am Wochenende in Südfrankreich ein Spielkasino ausgeraubt und Hunderte Besucher in Angst und Schrecken versetzt. Gegen 2.00 Uhr stürmten am Samstag mindestens drei Räuber in das Casino in Aix-en-Provence und verschwanden mit den Einnahmen von mehreren zehntausend Euro, wie die Präfektur Marseille mitteilte. 15 Menschen wurden im dichten Gedränge leicht verletzt.

Zunächst dachten die etwa 700 Besucher des Etablissements an einen Terroranschlag. "Die Männer haben mit Kalaschnikows in die Luft geschossen, Besucher haben sich unter Tischen versteckt", sagte ein Augenzeuge. Andere hätten sich einfach zu Boden geworfen. Die Angreifer "waren in Weiß gekleidet und hatten dunkle Kapuzen auf", schilderte der Zeuge. Sie deaktivierten das Sicherheitssystem des Casinos. Als die Polizei wenige Minuten nach den Schüssen eintraf, war schon alles vorbei.

Die Täter flohen mit der Beute Richtung Marseille. Das PS-starke Fluchtauto wurde kurz darauf ausgebrannt gefunden. Über die Hintergründe wurde bis Sonntag nichts bekannt.

Am Samstagnachmittag stoppte die spanische Polizei am Autobahn-Grenzübergang La Jonquera südlich von Perpignan zwei Autos mit französischen Kennzeichen. Während ein Fahrzeug Richtung Spanien entkam und später in Girona gesichtet wurde, nahmen die Beamten den Fahrer des anderen Autos fest. Der französische Staatsbürger stehe nach Ansicht der Ermittler in Verbindung mit dem Überfall, berichtete die spanische Zeitung "El Periodico" auf ihrer Website. Sichergestellt wurden dem Bericht zufolge zwei Gewehre, eine Pistole, zwei Handgranaten und eine kugelsichere Weste.

Das Casino in Aix-en-Provence mit 300 Spielautomaten war bereits zweimal das Ziel von Räubern. Dabei wurden vor fünf Jahren in einem ähnlichen Szenario 100.000 Euro und wenige Monate später eine unbekannte Summe gestohlen. (APA, dpa, 14.2.2016)

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