Schweiz ermöglicht Iran und Saudi-Arabien diplomatische Kontakte

14. Februar 2016, 13:42
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Bern will über seine Botschaften in Riad und Teheran Interessen des jeweils anderen Landes wahrnehmen

Bern/Riad – Die neutrale Schweiz ermöglicht Saudi-Arabien und dem Iran künftig indirekte diplomatische Kontakte. Über ihre Botschaften werde sie die Interessen Saudi-Arabiens im Iran und umgekehrt jene des Irans in Saudi-Arabien wahrnehmen, teilte das Außenministerium in Bern am Sonntag mit. Die religiös und politisch zerstrittenen Länder hatten ihre diplomatischen Beziehungen Anfang Jänner abgebrochen.

Vorausgegangen war die Erstürmung der Botschaft der Ölmonarchie in Teheran durch Bürger, die gegen die Hinrichtung des schiitischen Geistlichen Nimr al-Nimr und 46 weiteren Gefangenen in Saudi-Arabien protestierten. Der schiitische Iran und das sunnitisch geprägte Königreich ringen um die Vormachtstellung in ihrer Region. Im Syrien-Konflikt unterstützt Riad Rebellengruppen, während Teheran auf der Seite des Assad-Regimes steht.

Schutzmachtmandate übernommen

Die Übernahme sogenannter Schutzmachtmandate für beide Länder gab die Schweiz nach einem eintägigen Besuch ihres Außenministers Didier Burkhalter in Riad bekannt. Die Schweiz wolle damit einen Beitrag für Stabilität in der Region leisten. Ein Schutzmachtmandat beinhalte eine Art diplomatische "Briefträgerfunktion", heißt es auf der Website des Ministeriums. Diese Dienstleistung erlaube es "den betroffenen Staaten, minimale Beziehungen aufrecht zu erhalten." (APA, 14.2.2016)

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