Vodafone: Mitarbeiter müssen nur zu 50 Prozent im Büro anwesend sein

14. Februar 2016, 11:13
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Der neue Vodafone-Chef Deutschland lässt den Mitarbeitern mehr Freiraum und verzichtet auf ein eigenes Büro

Frankfurt/Wien – Der frühere Telekom-Austria-General Hannes Ametsreiter zieht als Vodafone-Chef in Deutschland neue Saiten auf. Arbeitnehmer will er nicht mehr dazu vergattern, ihre Arbeit ausschließlich vom Büro aus zu erledigen. "Jeder unserer Mitarbeiter kann bis zu 50 Prozent der Arbeitszeit außerhalb des Büros verbringen", sagte er im Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (FAS).

Darauf habe der Angestellte einen festen Anspruch, er müsse sich nur abstimmen mit dem Vorgesetzten. Kontrolliert werde seine Arbeitszeit nicht: "Das ist eine Sache des Vertrauens", betont Ametsreiter.

Eigenes Büro abgeschafft

Auch sein eigenes Büro hat er demnach abgeschafft. "Chefbüros sind verschwendeter Platz. Die stehen zu 90 Prozent leer, weil der Chef auf Reisen oder in Meetings ist", sagt der Manager: "Mein Büro – das ist mein Iphone und mein Notebook, mehr nicht. Ich habe keinen einzigen Aktenordner". Wenn er in der Deutschland-Zentrale sei, dann sitze er im Großraumbüro mit seinen Vorstandskollegen, "gemeinsam an einem großen Tisch." Für vertrauliche Gespräche buche er sich ein Extrazimmer als Rückzugsraum.

In dem Interview prophezeit Ametsreiter zudem den Tod der SMS. Menschen jünger als 35 würden die SMS "ziemlich sicher" nicht mehr verwenden. Für die Telefonkonzerne sei mit den Kurznachrichten deshalb kein Geld mehr zu verdienen, räumt er ein. "SMS trugen mal zehn Prozent zum Umsatz bei, der Trend geht eindeutig nach unten. Die junge Generation nutzt neue Technologien: Whatsapp und anderes." (red, 14.2.2016)

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    foto: apa/schlager
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