Strache besuchte AfD: "Wir brauchen eine Rückführungskultur"

14. Februar 2016, 10:20
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FPÖ-Chef bei rechtspopulistischer "Alternative für Deutschland" in Düsseldorf: "Wir beschnuppern uns gerade, bis dato riecht es sehr gut"

Wien/Düsseldorf – FPÖ-Bundesparteiobmann Heinz-Christian Strache besuchte am Samstag in Düsseldorf eine Veranstaltung der rechtspopulistischen "Alternative für Deutschland" und wies dort auf die Parallelen zwischen den beiden Parteien hin. Bei der Tagung mit dem Titel "Europäische Visionen – Visionen für Europa" im Congress Centrum formulierten Strache und AfD-Chefin Frauke Petry gemeinsame Ziele, die sich vor allem in der Begrenzung des Flüchtlingszustroms erschöpften.

Wie "RP Online" berichtet, sagte Strache in seiner Rede: "Was wir brauchen, ist kein Begrüßungskomitee mit Gulaschkanonen. Wir brauchen eine Rückführungskultur." Die Politik der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bezeichnete Strache als "dumme Einladungskultur". Helfen solle man tatsächlichen Kriegsflüchtlingen und durch Vor-Ort-Maßnahmen, aber man könne nicht "die ganze Welt aufnehmen", so Strache.

Strache wünscht sich Kanzlerin Petry

Petry stimmte ihm zu, sie sagte laut dem Bericht: "Merkel muss damit ein Zeichen setzen, dass Deutschland nicht unbegrenzt aufnahmefähig ist." Die Schließung der Grenzen sei einer der gemeinsamen Nenner zwischen AfD und FPÖ. "Wir nehmen die Sorgen der Menschen ernst, genau wie die AfD", sagte Strache vor rund tausend Zuschauern, während vor dem Congress Centrum ebenso viele Menschen gegen die Veranstaltung demonstrierten.

Der FPÖ-Chef wünsche sich, dass Frauke Petry, unter der die AfD zuletzt in Umfragen zehn bis zwölf Prozent erreichte, Merkels Posten als Bundeskanzlerin übernehme. Gemeinsam könne man sich dann für ein "Europa der Vaterländer" einsetzen, das allerdings dreigeteilt existierte: Süd, Ost und Nord. Offene Grenzen würden dann nur noch innerhalb dieser Zonen gelten, präzisierte Marcus Pretzell, Petrys Partner und AfD-Landesvorsitzender in Nordrhein-Westfalen.

Man wolle in Zukunft enger zusammenarbeiten, hieß es aus der AfD-Führung. Strache, der laut dem Bericht auch noch eine Einladung der Pegida-Bewegung offen hat, stimmte zu: "Wir beschnuppern uns gerade, bis dato riecht es sehr gut." (red, 14.2.2016)

  • Frauke Petry und Heinz-Christian Strache auf einer Pressekonferenz im Vorfeld des Kongresses 'Europäische Visionen'.
    foto: apa/dpa/marius becker

    Frauke Petry und Heinz-Christian Strache auf einer Pressekonferenz im Vorfeld des Kongresses 'Europäische Visionen'.

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