Geldwäscheverdacht bei Wiener Immobiliendeal

13. Februar 2016, 14:40
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Verkauf weit unter Wert an Investorengruppe – Ermittlungen von CIA und Zürcher Korruptionsstaatsanwaltschaft

Wien – Rund um einen Immobiliendeal der Stadt Wien werden Vorwürfe laut. Sie verkaufte drei der sechs Pavillons auf dem Semmelweis-Areal in Wien Währing – weit unter dem tatsächlichen Wert. Das berichtet die "Wiener Zeitung". Dem Bericht der Zeitung zufolge habe die Stadt dem niedrigen Verkaufspreis unter der Bedingung zugestimmt, dass die neuen Besitzer die Räumlichkeiten an eine international ausgerichtete Elite-Musikschule vermieten würde.

Pikant: Laut Dokumenten, die der "Wiener Zeitung" vorliegen, kaufte der Gutachter, der für die Stadt Wien den Verkaufspreis ermittelte, selbst ein zweistöckiges Haus am noblen Areal – um 500.000 Euro. Der Verkauf an die Investorengruppe fand ohne Ausschreibung statt.

Ermittlungen der CIA

Der "Erfinder" der Musikschule, Jürgen Kremb, erhebt nun schwere Vorwürfe an die Investoren und die Stadt. Er wurde nach der Vertragsunterzeichnung gekündigt. Kremb behauptet, ihm seien 500.000 Euro Bestechungsgeld angeboten worden, wenn er die Forderung eines kleineren Investors nach Staatsbürgerschaften für sich und seine Familie unterstützen würde.

Um Schüler für die Musikschule zu gewinnen, wurde das "Nobel Education Network" (NEN) gegründet, das an der Schule beteiligt ist. Das Geld dafür lieferte der neuseeländische Investor Richard Chandler – gegen ihn ermittelten laut "Wiener Zeitung" die CIA und die Zürcher Korruptionsstaatsanwaltschaft wegen Schwarzgeld von russischen Oligarchen.

Geldwäscheverdacht

Das Netzwerk wurde Ende 2014 verkauft – an eine angeblich wohltätige Krebsstiftung mit Sitz in der Schweiz. Über persönliche Verbindungen soll aber Chandler selbst an dieser Stiftung beteiligt sein – der Verdacht der Geldwäsche steht im Raum. Die Oppositionsparteien im Wiener Landtag fordern volle Aufklärung. Für alle genannten gilt die Unschuldsvermutung.

Der Wiener Krankenanstaltenverbund (KAV) hat die Vorwürfe am Samstag zurückgewiesen. "Alle Vorgänge korrekt", hieß es in einer Aussendung. Und: Der KAV verwerte Immobilien, die im Rahmen des Spitalsbetriebes nicht mehr genützt werden, nicht prinzipiell selbst. Bürgermeister Michael Häupl hatte die "Wiener Zeitung" an die KAV verwiesen. (red, 13.2.2016)

  • Rund um den Verkauf dreier Pavillons auf dem Semmelweis-Areal in Wien Währing werden schwere Vorwürfe laut.
    foto: standard/regine hendrich

    Rund um den Verkauf dreier Pavillons auf dem Semmelweis-Areal in Wien Währing werden schwere Vorwürfe laut.

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