Identitäre verunsichern Judenburg

13. Februar 2016, 10:52
540 Postings

Für Samstag Mittag war eine Demo in der Obersteiermark angesagt. Geschäfte sperren zu, der Bürgermeister ist verärgert – das Interesse daran hielt sich in Grenzen

Judenburg – "Ich versteh gar nicht, warum das ausgerechnet bei uns stattfinden muss, wir haben null Probleme mit unseren Flüchtlingsfamilien", zeigt sich der Judenburger Bürgermeister Hannes Dolleschall im STANDARD-Gespräch ziemlich genervt über die für Samstag Mittag angesagte Demo der Identitären am Judenburger Hauptplatz. Diese Demonstration würde von außen in die Stadt getragen. 166 Flüchtlinge würden in der obersteirischen Stadt betreut. Meist Familien. Bei 10.200 Einwohner durchaus machbar, sagt Dolleschall.

Wenig Begeisterung löst die Demo auch in der Bevölkerung aus. Aus Sicherheitsgründen wurden Straßenzüge gesperrt, teilweise Halteverbote und für den Zeitraum der Demo auch Fahrverbote ausgesprochen. Etliche Innenstadtkaufhäuser sperrten wegen der Demonstration der Identitären zu.

"Spendenmarsch"

Auf ihrer Facebookseite rufen die Identitären jedenfalls die Bevölkerung auf: " Schaut nicht zu, wie die unverantwortliche Regierungspolitik Österreicher und Flüchtlinge schädigt. Schaut nicht länger weg, wenn Politiker unser Volk abschaffen wollen."

Von Gegendemos wurde seitens der Behörden abgeraten. Das Netzwerk "Menschen im Murtal" will aber dennoch ein Zeichen setzen. So wird der vom Netzwerk organisierte Protest zu einem "Spendenmarsch" umfunktioniert: "Für jeden besorgten Bürger, der an der Demo teilnimmt, spenden wir an eine Organisation, die Flüchtlinge unterstützt", heißt es seitens der Organisatoren.

Das Interesse an der Identitären-Demo, die im Vorfeld einige Verunsicherung in der obersteirischen Stadt Judenburg ausgelöst hatte, hielt sich letzten Ende in sehr überschaubarem Rahmen. Nach einer Dreiviertel Stunde war der Spuk vorüber, das Fahr- und Parkverbot wurde wieder aufgehoben. Rund 50 bis 100 Identitäre hatten Fahnen schwingend an der auch von der FPÖ unterstützten Kundgebung teilgenommen. (Walter Müller, 13.02.2016)

Share if you care.