Neun "Consolidator"-Preise der EU an in Österreich tätige Forscher

12. Februar 2016, 18:58
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Zu den sechs bereits bekannten Preisträgern kommen noch drei Forscher der Uni Wien, der Boku und der Modul Privatuni

Wien – Neun in Österreich tätige Wissenschafter wurden in der aktuellen Ausschreibung vom European Research Council (ERC) mit einem "Consolidator"-Förderpreis ausgezeichnet, gab der Europäische Forschungsrat bekannt. Diese jeweils mit bis zu zwei Mio. Euro dotierte Förderung soll Wissenschaftern ermöglichen, ihre Position als eigenständige Forscher zu konsolidieren.

Neben sechs bereits bekannt gegebenen Preisträgern erhalten auch der Physiker Alipasha Vaziri von den Max F. Perutz Laboratories (MFPL) an der Uni Wien und dem Institut für Molekulare Pathologie (IMP), die Biologin Notburga Gierlinger von der Universität für Bodenkultur (Boku) Wien und der Umweltökonom Michele Graziano Ceddia von der Modul University Vienna den Förderpreis. Vaziri beschäftigt sich in seinem Projekt mit bildgebenden Methoden zur Darstellung von Netzwerken im Gehirn, Gierlinger untersucht Nussschalen auf der Mikro- und Nano-Ebene und Ceddia widmet sich indigenen Gesellschaften, Landverbrauch und Abholzung in den Tropen.

Bereits bekannt war die Zuerkennung des Förderpreises an Gernot Müller-Putz und Stefan Mangard von der Technischen Universität Graz. Sie wollen die Steuerung von Neuroprothesen (Müller-Putz) und die Sicherung von Computersystemen gegen Attacken (Mangard) verbessern. Weiters wurden der im Bereich Kryptographie tätige Computerwissenschafter Krzysztof Pietrzak vom Institute of Science and Technology (IST) Austria in Klosterneuburg (NÖ) ausgezeichnet, ebenso wie der Molekularbiologe Julius Brennecke vom Institut für molekulare Biotechnologie (IMBA) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW), der sich der Erforschung von speziellen RNA-Signalwegen widmet.

Ultrakalte Gase

Zudem erhielten in der aktuellen Runde die Experimentalphysikerin Francesca Ferlaino vom Institut für Quantenoptik und Quanteninformation (IQOQI) der ÖAW und der Chemiker Nuno Maulide von der Uni Wien einen "Consolidator"-Preis. Ferlaine erforscht anhand ultrakalter Gase von Metallen der seltenen Erden Quanteneigenschaften der Materie, Maulide will in seinem Projekt chemische Reaktionen effizienter und umweltfreundlicher machen.

Insgesamt erhielten 302 Wissenschafter einen "Consolidator"-Grant des ERC, der dafür 585 Mio. Euro zur Verfügung stellt. 67 der Preisträger arbeiten in Großbritannien, 45 in Deutschland, 31 in Frankreich und 26 in den Niederlanden. Die EU fördert über den ERC Grundlagenforschung in Europa. Vergeben werden u.a. "Starting- und Consolidator Grants" für Nachwuchswissenschafter und "Advanced Grants" für etablierte Forscher. (APA, 12.2.2016)

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