Eurofinanzminister beklagen maue Konjunktur

12. Februar 2016, 18:33
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Die Eurozone und Deutschland verzeichneten zwar "kein übersprudelndes Wachstum", Schäuble ist dennoch zufrieden

Die Eurozone und Deutschland verzeichneten zwar "kein übersprudelndes Wachstum". Angesichts der global sehr volatilen Lage und des niedrigen Ölpreises seien die Fundamentaldaten "gar nicht so schlecht", konstatierte der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble am Freitag nach den Beratungen der Euro- und EU-Finanzminister in Brüssel.

In der Winterprognose der Kommission zeigte sich, dass das Wachstum in der Eurozone in neun Quartalen hintereinander kontinuierlich angestiegen ist. Die Arbeitslosigkeit ist auf dem Stand von 2011. Der deutsche Finanzminister zog daraus den Schluss, dass sich der Reformkurs in der Währungsunion ausgezahlt hat.

Neue Sorgen macht man sich um Portugal, das wegen der politischen Unsicherheiten rund um die Wahlen und den Regierungswechsel von den Märkten wieder negativ beurteilt wird, die Risikoaufschläge bei Anleihen sind deutlich angestiegen.

Griechenland in Rezession

Neue Probleme hat auch Griechenland zu erwarten, das nach jüngsten Wachstumszahlen aus dem vierten Quartal, die am Freitag veröffentlicht wurden, wieder in die Rezession zurückfällt: Das Bruttoinlandsprodukt schrumpfte laut Eurostat um 0,6 Prozent, wenngleich geringer als erwartet.

Die Aussichten für die Eurozone und auch für Deutschland bewertet die EU-Statistikbehörde als relativ schwach: Von Oktober bis Dezember 2015 wuchs die Wirtschaft um 0,3 Prozent. Die USA verzeichneten im Vergleich ein Plus von 0,2 Prozent. Deutschland, der bisherige Konjunkturmotor der Gemeinschaft, leidet vor allem im Export bei schwacher Weltkonjunktur. Wie ein Mitglied des Rates der Europäischen Zentralbank sagte, ist daher eine Ausweitung der expansiven Geldpolitik der EZB im März möglich. Experten rechnen damit, dass die Negativzinsen für Banken erhöht werden. Damit sollen sie zur Vergabe von Krediten an Investoren gezwungen werden. (Thomas Mayer aus Brüssel, 13.2.2016)

  • Die Wachstumsaussichten für die Eurozone und auch für Deutschland stuft die EU-Statistikbehörde als relativ schwach ein.
    foto: mario vedder

    Die Wachstumsaussichten für die Eurozone und auch für Deutschland stuft die EU-Statistikbehörde als relativ schwach ein.

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