Brandanschläge auf regierungstreue Zeitungen in der Türkei

11. Februar 2016, 17:24
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Angriffe wurden international verurteilt

Istanbul – Bewaffnete haben zwei regierungstreue Zeitungen in der türkischen Metropole Istanbul mit Molotow-Cocktails angegriffen. Die Zeitung "Yeni Safak" teilte auf ihrer Website mit, ihr Redaktionsgebäude im Stadtteil Bayrampasa sei onnerstag früh zudem beschossen worden. Die Brandsätze hätten ein Feuer ausgelöst. Verletzte habe es nicht gegeben.

Die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu meldete, zur gleichen Zeit hätten Maskierte die regierungstreue Zeitung "Yeni Akit" beschossen und Molotow-Cocktails auf parkende Autos geworfen.

Beide Zeitungen vertreten stramm die Linie der islamisch-konservativen AKP-Regierung und greifen die Opposition regelmäßig scharf an. Die Blätter befürworten unter anderem die Militäroffensive gegen die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK im Südosten des Landes.

Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan verurteilte die Angriffe auf das Schärfste. Auch international wurden die Anschläge kritisiert. Der deutsche Botschafter Martin Erdmann nannte Übergriffe auf Medien "absolut inakzeptabel". Sein US-Kollege John Bass teilte über Twitter mit: "Gewalt gegen Journalisten ist immer inakzeptabel." Reporter ohne Grenzen warnte, Gewalt dürfe "kein Mittel der Auseinandersetzung sein, egal was man von der redaktionellen Linie einer Publikation hält". (APA, 11.2.2016)

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