Der Takenokoyama ruft die Ski-Herren

11. Februar 2016, 13:58
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Weltcup kehrt nach zehn Jahren Pause wieder nach Japan zurück. Hirschers Motto für Riesenslalom und Slalom: "Nicht Rechnen, sondern Skifahren"

Naeba/Wien – Nach zehn Jahren Pause kehrt der alpine Ski-Weltcupzirkus diese Woche nach Japan zurück. Naeba in der Präfektur Niigata ist Schauplatz von Riesentorlauf (Samstag) und Slalom (Sonntag/jeweils 2:00 und 5.00 Uhr MEZ) der Herren. Die Rennen steigen auf dem 1.789 Meter hohen Takenokoyama.

Während Österreichs Technik-Herren direkt und kurzfristig aus Europa zu ihrem Japan-Kurztrip anreisten und in der gigantischen Bettenburg Prince-Hotel (über 40 Restaurants und 3.800 Betten) Quartier bezogen, kam Hirscher direkt von den Speed-Rennen aus Südkorea. Dort hatte er vergangenen Sonntag mit seinem bemerkenswerten siebenten Platz im Super-G den Vorsprung auf Henrik Kristoffersen auf 134 Punkte ausgebaut. Am Samstag geht das Duell Hirscher gegen die Verfolger Kristoffersen und dessen norwegischen Landsmann Kjetil Jansrud weiter, diesmal aber mit Vorteil für den Salzburger.

Kein Riesentorlauf im Jänner

Denn Hirscher fuhr im ersten Saisonviertel im Riesentorlauf überragend. Nach Platz drei in Sölden gewann er in Beaver Creek, Val d'Isere und Alta Badia. Nur der folgende Parallelbewerb ging in die Hose, danach machten die Absagen in Adelboden und Garmisch-Partenkirchen den ganzen Jänner zu einem schwarzen "Riesen-Loch".

Wie sehr der Weltcup-Führende dieses Manko wettmachen und in seiner aktuellen Vorzeige-Disziplin gleich wieder auf Top-Niveau fahren kann, wusste er selbst nicht. "Ich hatte seit Alta Badia drei Riesentorlauf-Trainings. Den Rest kann ich nicht beantworten, das wird die Zeitnehmung am Samstag für mich erledigen", lautet sein Schluss.

In Blickrichtung Gesamtweltcup heißt es für Hirscher "in erster Linie gesund bleiben und konstant Leistungen erbringen." Daher lautet sein Motto: "Nicht Rechnen, sondern Skifahren."

Sonne, Schnee, Sturm, Regen

Aufatmen herrschte bei den Veranstaltern wegen des Wetters. Nach anfänglichem Sonnenschein mit zweistelligen Minus-Temperaturen folgte zweitägiger Schneefall und Sturm, der am Start der Rennpiste zu Windverfrachtungen mit bis zu einem Meter Höhe führte. Das unerwünschte Weiß wurde aber wieder entfernt, und der für das Wochenende angekündigte Temperaturanstieg samt Regen soll nun erst Sonntag-Nachmittag in Naeba eintrudeln.

Zuletzt hat es 2006 in Shigakogen ein Herren-Weltcuprennen in Japan gegeben, damals siegte der Österreicher Reinfried Herbst im Slalom gleichauf mit dem Finnen Kalle Palander. Naeba war zwar 1973 der erste japanische Weltcuport überhaupt gewesen, nach 1975 wurde aber nur noch in Furano, Morioka, Happo One und Shigakogen gefahren.

Auch ÖSV-Herrenchef Andreas Puelacher ist von Korea direkt nach Japan geflogen. Puelacher hofft, dass sich seine Läufer trotz der Zeitdifferenz von acht Stunden in Form zeigen. "Der Riesentorlauf-Hang ist sehr anspruchsvoll, vor allem wenn es eisig wird", sah der Coach für Hirscher und Co. gute Voraussetzungen. Der Slalom sei hingegen trotz künstlicher Wellen eher auf der einfachen Seite. Puelacher: "Da wird es schwer, schnell zu sein." (APA, 11.2.2016)

  • Marcel Hirscher will sich auf das Wesentliche konzentrieren: Skifahren.
    foto: epa/john g. mabanglo

    Marcel Hirscher will sich auf das Wesentliche konzentrieren: Skifahren.

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