Reichweite und Hörerzahl von Ö3 schon vor Quote für Austropop gesunken

11. Februar 2016, 14:16
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Ö3-Senderchef Georg Spatt sieht Grund für weniger Reichweite in mehr heimischer Musik

Wien – Kein Grund zur Freude ist das Ergebnis des aktuellen Radiotest für Ö3. Der ORF-Sender bleibt mit einem Marktanteil von 31 Prozent größter Sender, verliert aber bei den Reichweiten wie berichtet signifikant: Nämlich von 36,4 Prozent auf 34,9 Prozent.

Den Grund dafür sieht Ö3-Senderchef Georg Spatt in der von der Politik im vergangenen Juni festgesetzten Quote für heimische Musik. "Wir kennen intern die Gründe für die aktuellen Marktbewegungen sehr genau – das hat sehr viel mit inhaltlichen Auflagen zu tun, die wir im letzten Jahr neu dazubekommen haben", sagt er dem "Kurier". Für Ö3 wurde ein Richtwert von 15 Prozent vereinbart, im Herbst schaffte Ö3 diese Hürde erstmals.

Ö3 verlor Hörer schon von Austropop-Quote

Doch diese Erklärung greift zu kurz. Vergleicht man die Zahlen, so verlor Ö3 bereits vor der Vereinbarung der höheren Austropop-Quoten. Sowohl bei den Reichweiten als auch bei den Hörern. Schon im ersten Halbjahr 2015 verlor Ö3 gegenüber 2014 Hörer. 2,70 Millionen Hörer ab zehn hatte Ö3 im ersten Halbjahr 2015, im ersten Halbjahr 2014 waren es noch 2,76 Millionen, 2,75 Millionen im 2. Halbjahr 2014. Im 2. Halbjahr 2015 waren es 2,64 Millionen.

Auch Reichweite ging zurück

Im ersten Halbjahr 2015 verlor Ö3 gegenüber dem Vergleichszeitraum 2014 auch Reichweite: Von 36,5 Prozent im Jahr 2014 auf 35,7 Prozent 2015. Auch zuvor ging die Tagesreichweite kontinuierlich zurück. Im zweiten Halbjahr 2014 auf 36,4 Prozent (2. HJ 2013: 36,6 Prozent). Im ersten Halbjahr 2014 büßte Ö3 bei der Tagesreichweite mehr als eineinhalb Prozentpunkte gegenüber 2013 ein.

Weiteres Argument gegen Spatts Erklärung: FM4 hat laut Radiotest gegenüber dem 2. Halbjahr 2014 sowohl bei der Reichweite als auch bei den Marktanteilen zugelegt. Und hier ist der Anteil österreichischer Musik traditionell höher als bei Ö3. Bei der letzten Messung im Juli 2015 lag er bei 23,55 Prozent. (red, 11.2.2016)

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