Klimawandel verlangsamt transatlantische Flugverbindungen

10. Februar 2016, 16:47
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Forscher fürchten mehr Umweltprobleme und höhere Ticketpreise

Paris – Der Klimawandel wird Forschern zufolge zu längeren Flügen über den Atlantik führen und damit nicht nur Folgen für die Umwelt, sondern auch für die Ticketpreise haben. Einer am Mittwoch im Fachmagazin "Environmental Research Letters" veröffentlichten Studie zufolge hat der Klimawandel Auswirkungen auf den Jetstream, der über dem Atlantik weht.

Das Forscherteam im englischen Reading schaute sich mithilfe von Simulationen zur Vorhersage der Windgeschwindigkeiten Verbindungen zwischen London und New York an. Flüge nach Westen würden künftig mit stärkerem Wind von vorn konfrontiert sein, resümierten die Autoren der Studie, das sei die "schlechte Nachricht". Umgedreht sei mit stärkerem Rückenwind auf dem Weg nach Osten zu rechnen, was eine "gute Nachricht" sei. Die Ersparnis zwischen New York und London kompensiere aber nicht die zusätzliche Zeit in die Gegenrichtung – daher würden sich "Hin- und Rücklüge insgesamt signifikant verlängern", erklärte der Atmosphärenforscher Paul Williams.

Die Forscher rechnen wegen dieses Effekts bei gleichbleibendem Flugaufkommen mit mehreren tausend zusätzlichen Flugstunden täglich. Dafür werde mehr Treibstoff benötigt, was letztlich nicht nur der Umwelt schade, sondern auch den Ticketpreis in die Höhe treibe, hieß es in der Studie weiter. Die Forscher gingen bei ihren Simulationen von einer doppelten Konzentration von CO2 in der Atmosphäre im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter aus – was bereits in den kommenden Jahrzehnten der Fall sein könnte. (APA, AFP, 10.2.2016)

  • Umgekehrt sei mit stärkerem Rückenwind auf dem Weg nach Osten zu rechnen, was eine "gute Nachricht" sei, meinen die Forscher.
    foto: apa/dpa/daniel reinhardt

    Umgekehrt sei mit stärkerem Rückenwind auf dem Weg nach Osten zu rechnen, was eine "gute Nachricht" sei, meinen die Forscher.

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