Filmindustrie will Torrent-Streaming aus dem Netz verbannen

10. Februar 2016, 15:57
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Niederländischer Anti-Piraterie-Verband hat Torrents Time ins Visier genommen

Kurz nach der Rückkehr von Popcorn Time in Form einer neuen, quelloffenen Browserversion, hat auch The Pirate Bay nachgerüstet und nun das direkte Streamen von Inhalten per Bittorrent an. Jeder Torrent, der Videomaterial enthält, kann nun per Mausklick angesehen werden, ohne dass zuvor ein kompletter Download nötig wäre.

Der Schritt, so formuliert es Torrentfreak drastisch, hat die "Bucht" über Nacht zum "weltgrößten Streamingportal" gemacht. Und auch andere Indexer, etwa Kickass Torrents, wollen nachziehen. Der Schritt blieb freilich den Rechteinhabern nicht verborgen. Der niederländische Anti-Piraterie-Verband BREIN hat es nun auf Torrents Time abgesehen, der Technologie, die die Streams erst ermöglicht.

Unterlassungsklage

Den Entwicklern wurde eine Unterlassungsklage zugestellt, da Torrents Time zur Verbreitung von urheberrechtsverletzenden Inhalten beitragen soll. Nach Ansicht der Copyright-Vertreter ist die Software selbst somit als illegal anzusehen. Folglich sollen sie die Verbreitung der Technologie sofort einstellen. BREIN geht gegen Torrents Time vor, da die Webseite des Projekts auf niederländischen Servern liegt.

Genauer gesagt bei Leaseweb, wo man derlei Auseinandersetzungen schon kennt. Da sich das Torrents Time-Team der Unterlassung widersetzt und die eigene Seite am Netz lassen will, könnte der Anbieter in den Fall hineingezogen werden.

Geharnischte Replik

Die Antwort der anwaltlichen Vertretung der Entwickler fällt entsprechend angriffig aus. Man weist sämtliche Anschuldigungen zurück und stellt sogar in Frage, dass "BREIN berechtigt sei, Rechtsmittel für nicht näher benannte und identifizierte Entitäten" zu ergreifen. Torrents Time sei keine "illegale Anwendung", eine entsprechende Behauptung sei nach niederländischen Gesetzen ein Rechtsverstoß, da sie nicht von einem Gerichtsurteil gedeckt sei.

Gleichzeitig kündigt man an, dass man weitere Schritte bis hin zu einem Strafverfahren setzen werde, sollte BREIN tatsächlich gegen Torrents Time oder Dritte, die die Software nutzen oder hosten, vorgehen. Die Unterlassungsklage interpretiere man als Erpressungsversuch.

Dass der Anti-Piraterie-Verband sich von der geharnischten Antwort abschrecken lässt, ist allerdings nicht anzunehmen. Es bleibt nun abzuwarten, wie Leaseweb reagiert, wenn dort eine Aufforderung zur Abschaltung der Torrents Time-Webseite eintrifft. (gpi, 10.02.2016)

  • Der niederlänische Anti-Piraterie-Verband hat Torrents Time eine Unterlassungsklage zugestellt.
    foto: torrents time

    Der niederlänische Anti-Piraterie-Verband hat Torrents Time eine Unterlassungsklage zugestellt.

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