Zika-Virus: Erster eingeschleppter Fall in China bestätigt

10. Februar 2016, 11:33
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Der Erkrankte befindet sich der chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua zufolge bereits auf dem Weg der Besserung

Peking – Erstmals ist in China Behörden zufolge eine eingeschleppte Zika-Infektion nachgewiesen worden. Ein 34-Jähriger habe das Virus im Jänner von einem Besuch aus Venezuela mitgebracht, berichteten die Gesundheitsbehörden nach Angaben der Nachrichtenagentur Xinhua vom Mittwoch.

Der Mann habe nach der Rückkehr plötzlich unter Fieber, Kopfschmerzen und Unwohlsein gelitten. Am 6. Februar sei er in Ganxian in der ostchinesischen Provinz Jiangsu in Quarantäne gesteckt worden. Der Patient erhole sich bereits wieder, er habe normale Temperatur, sein Hautauschlag gehe zurück, meldete die Agentur unter Berufung auf die nationale Gesundheitsbehörde der Volksrepublik.

Mit Mikroben gegen Mücken

Das gegenwärtige Risiko eines großen Zika-Ausbruchs in China sei "gering", da das Virus vor allem von Gelbfieber-Mücken (Aedes aegypti) übertragen werde und im Winter keine Brutzeit für Mücken sei, sagte WHO-Vertreter Schwartländer. "Chinas Behörden sind auf diesen Fall und weitere importierte Fälle vorbereitet." Bei der Ausbreitung des Dengue-Fiebers in der Südprovinz Guangdong habe China auch große Erfolge im Kampf gegen diese Mücke gehabt, worauf aufgebaut werden könne, sagte der WHO-Vertreter.

Im März ist ein weiterer Feldversuch in Südchina geplant, um die Mückenpopulation zu reduzieren, sagte der Professor für Mikrobiologie an der Sun Yat-sen Universität in der südchinesischen Metropole Guangzhou (Provinz Guangdong), Xi Zhiyong, der Zeitung "China Daily". Millionen von gezüchteten, männlichen Mücken mit Wolbachia-Mikroben sollen ausgesetzt werden. Die Eier der Weibchen, die sich mit diesen Männchen paarten, seien unfruchtbar, was die Population reduziere.

Bei einem Versuch im vergangenen Jahr habe die Mückenpopulation mit dieser Methode um 90 Prozent reduziert werden können, was einen lokalen Ausbruch des Dengue-Fiebers eingedämmt habe, sagte der Wissenschafter.

Infektionsherd Südamerika

Das Zika-Virus verbreitet sich gegenwärtig sehr schnell in Südamerika. Übertragen wird es vor allem durch Mücken. Symptome sind leichtes Fieber, rote Augen und Ausschlag. 80 Prozent der Infizierten haben überhaupt keine Symptome. Das Virus gilt vor allem für Schwangere als gefährlich, weil es im Verdacht steht, den Embryo zu schädigen. Tausende Missbildungen bei Neugeborenen werden in Brasilien mit Zika in Verbindung gebracht.

Um den Kampf zu forcieren, hat die WHO inzwischen den globalen Gesundheitsnotstand ausgerufen. Bisher gibt es weder einen Impfstoff zum Schutz vor der Infektion noch Medikamente für ihre Behandlung. (APA, dpa, Reuters, 10.2.2016)

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