Am Valentinstag Schluss machen

11. Februar 2016, 14:00
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Keine Gnade oder unauffälligeres Datum wählen

foto: ap / czarek sokolowski

Pro
von Doris Priesching

Am Ende muss es tuschen. Ein anschauliches Beispiel dafür bieten die Erlebnisse der bayerischen Schauspielerin Christine Neubauer. Die Darstellerin von das Herz aufwühlenden Fernsehfilmen wie "Die Pastorin", "Die Holzbaronin" und "Die Minensucherin" heiratete 1990 ihre Jugendliebe, den Sportjournalisten Lambert Dinzinger. Mit ihrem Aufstieg zerbrach das Eheglück. Eine gewisse Rolle dürfte laut Boulevardpresse ein Weihnachtsfest gespielt haben, bei dem Neubauer sich selbst, nicht aber Geschenke brachte.

Neubauers Entschuldigung, die viele Arbeit habe das Geschenkebesorgen verunmöglicht, kauften weder Ehemann noch Kind der Stargewordenen ab. Es folgte ein unschöner Scheidungskrieg. Der zuerst beklagte Arbeitseifer kam Vater und Sohn letztlich zugute, denn Neubauer musste blechen, und zwar Länge mal Breite.

Der Valentinstag steht für Liebe und Romantik. Wir Romantiker meinen: Wer Trennung will, denke an Christine Neubauer! Hat sich die Liebe abgenützt oder anderswo aufgetan, gibt es keine Gnade. Und sicher keine Geschenke.

Kontra
von Sigi Lützow

Die Meldung war kurz und fast ein wenig verschämt im STANDARD-Wirtschaftsteil versteckt. Ihr Inhalt war einprägsam – datumsbedingt. Die Beate Uhse AG wirft am Valentinstag ihren letzten gedruckten Katalog auf den Markt – ausgerechnet. Der Schlag für all jene, die in romantischer Einsamkeit lieber Hochglanzpapier knistern hören als ein Display summen, wird aufgrund seiner Terminisierung nicht so schnell in Vergessenheit geraten.

Man wird sich erinnern wie an Weihnachten 1962. Da wurde der erste Uhse-Sexshop ausgerechnet zu diesem Termin eröffnet, weil die Mutter Courage des Tabubruchs hoffte, dass die braven Bürger, durch die anstehende Geburt des Herrn milde gestimmt, die sündige Bude nicht sofort abfackeln würden.

Unangenehmes, Empörendes oder auch nur Verstörendes mit einprägsamen Terminen zu verquicken ist unklug. Je unauffälliger der Tag, desto flüchtiger das Gedenken. Oder können Sie sich erinnern, wann genau 2009 der letzte Quelle-Katalog herauskam, das Uhse-Substitut für Schüchterne oder Minderjährige? Na eben! (RONDO, 12.2.2016)

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