Voestalpine verschärft Sparprogramm

10. Februar 2016, 12:04
28 Postings

Die Linzer können trotz schwierigen Umfelds Gewinn und Umsatz steigern, Voest-Chef Eder verordnet noch stärkere Sparanstrengungen

Linz – Alarm in der Stahlbranche – und das seit geraumer Zeit. Arcelormittal schreibt Milliardenverlust, Thyssenkrupp und Salzgitter halten sich nur dank harter Sparprogramme in den schwarzen Zahlen. Grund sind Überkapazitäten und Preisverfall, die durch eine Stahlschwemme aus China und Russland verstärkt werden. Hinzu kommt, dass die Nachfrage weit unter dem Niveau von 2007 liegt. Das setzt der Branche zu.

Auch die heimische Voestalpine bleibt von der angespannten Lage nicht unberührt. Voest-Chef Wolfgang Eder – prononcierter Kritiker der heimischen Standort- und Industriepolitik – erläuterte am Mittwoch wie das neue Effizienzprogramm aussehen wird. Das bis Ende des Geschäftsjahres 2016/17 laufende Programm werde um 100 Millionen Euro auf eine Milliarde Euro erhöht, sagt Eder am Mittwoch. Dies solle eine möglichst stabile Geschäftsentwicklung sicherstellen. "Es geht nicht um Personalabbau." Vielmehr wolle der Konzern mit seinen rund 47.500 Mitarbeitern etwa bei Anlagen im Stahlbereich die Prozesse verbessern und Kosten senken. Mehr Details werde er bei Jahresbilanz Anfang Juni präsentieren.

Bislang kommt der Konzern dank seiner Produkte – Spezialstähle, die vielfach nur die Linzer können – gut durch die Krise.

Gewinn und Umsatz steigen

Die Linzer konnten Umsatz und Gewinn in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2015/16 steigern. Die Erlöse seien auch dank Zukäufen um 1,5 Prozent auf 8,4 Milliarden Euro geklettert, teilte die Voestalpine am Mittwoch mit. Beim Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) verbuchte der Konzern ein Plus von knapp 16 Prozent auf 727 Millionen Euro. Zwar gab es laut Unternehmensangaben Einbußen im Geschäft mit der Öl- und Gasindustrie, die Nachfrage bei Kunden aus der Automobilindustrie, der Bahninfrastruktur und des Flugzeugbaus sind aber weiter gut. Das zweite Halbjahr des bis Ende März laufenden Geschäftsjahres soll wegen des Preisverfalls schwächer als das erste ausfallen.

Im dritten Quartal des bis Ende März laufenden Geschäftsjahres 2015/16 fiel das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) mit 151,9 Millionen Euro schwächer aus als Analysten erwartet hatten, sie hatten mit 157 Millionen Euro gerechnet. Voestalpine-Chef Wolfgang Eder hatte bereits im November die Jahresprognose gesenkt. Um Sondereffekte bereinigt würden die operativen Ergebnisse (Ebitda und Ebit) unter den Vorjahreswerten liegen. Inklusive der Sondereffekte wie den erstmals voll konsolidierten neuen Töchtern würden sie aber übertroffen. Eder kündigte eine Verschärfung des Sparprogramms an. Bis zum Ende des Geschäftsjahres 2016/17 soll die Gesamtsumme des im Jahr 2014 beschlossenen Sparprogramms bei einer Milliarde Euro liegen – 100 Millionen mehr als bislang geplant.(APA,Reuters, rebu, 10.2.2016)

  • Das Werk in Linz – gewachsen wird allerdings derzeit außerhalb Europas.
    foto: apa/gindl

    Das Werk in Linz – gewachsen wird allerdings derzeit außerhalb Europas.

Share if you care.