Diskonter Yesss bringt A1 Kundenwachstum – aber wenig Umsatz

10. Februar 2016, 08:07
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Billigschine wird weiter gegen Neuzugang am Mobilfunkmarkt positioniert

Für heimische Mobilfunkkunden ist das Match ein regelrechter Segen. Seit einem Jahr sinken Tarife wieder, nachdem zuvor Preise ständig nach oben zeigten. Mit dem Markteintritt des Diskonters Hot und anderer Newcomer kam Bewegung in den Markt, der vor allem dem Marktführer A1 mehrere zehntausende Kunden kostete. Dieser Exodus konnte gestoppt werden, nachdem A1 seine Billigschiene Yesss gegen Hot positionierte. Dadurch konnten im vergangen Jahr insgesamt über 30.600 neue Kunden gewonnen werden, wie der aktuelle Geschäftsbericht der Telekom Austria zeigt.

Kampftarife für Kunden

Für diese Kundengewinnung wurden in den letzten Monaten Yesss-Tarife gesenkt, Angebote verbessert, die Werbetrommeln gerührt und Geld für den Vertrieb in die Hand genommen. Ergebnis: A1 zählte mit Ende 2015 über 5,454 Millionen Kunden und hält damit einen Marktanteil von 39,5 Prozent.

Allerdings hat diese Zahl einen Beigeschmack: Yesss-Kunden bringen dem Unternehmen vergleichsweise wenig Geld. Mehr Umsatz bringen Vertragskunden der Stammmarke A1 – und in diesem Bereich verlor der Handynetzbetreiber Kunden. Auch ist der Umsatz pro Mobilfunkkunden rückläufig. Er reduzierte sich um 4,3 Prozent. Diese Ausfälle konnte man u.a. durch höhere Handypreise ausgleichen.

A1-Mobilfunk in Zahlen im Vergleich zu 2014

  • Kunden: 5.454.700 (+ 30.600 ) davon 663.100 Mobiles Internet ( -51.800 )
  • Vertragskunden : 68,3 Prozent (3.727.800 / – 79.900)
  • Wertkartenkunden: 31,7 Prozent ( 1.726.900/ + 110.500 )
  • Durchschnittlicher Erlös pro Kunde Vertrag: 20,8 Euro ( – 2,7 %)
  • Durchschnittlicher Erlös pro Kunde Wertkarte: 4,8 Euro (- 3,7 %)

Der Erzfeind

Schmerzhaft dürfte sein, dass man im vergangen Jahr über 51.800 Nutzer dem Unternehmen den Rücken zukehrten, die dessen mobiles Internet (Datensticks) nutzten. Ein Teil der Kundschaft dürfte zu "3" und "Hot" gewechselt sein.

Yesss wird voraussichtlich weiterhin von A1 gegen Hot in Stellung gebracht werden. Laut aktuellen Geschäftsbericht sieht man Diskonter weiterhin als Bedrohung für sein Geschäft an. Überhaupt ist Hot so etwas wie der Erzfeind des Marktführers – seit Hofer seinen langjährigen Partner Yesss vor die Tür setzte, um mit Hot ein eigenes Angebot zu starten. Ein Angebot, dass bisher über 500.000 Kunden nutzen. (sum, 10.2. 2016)

  • Insgesamt wurde von A1 2015 ein solides Ergebnis eingefahren. Der Umsatz legte um 2,2 Prozent auf 2,53 Mrd. Euro zu, das Betriebsergebnis stieg um 166 Prozent auf 418,1 Mio. Euro. In den Bereichen Festnetz, Roaming/WholeSale sowie Handyverkäufe konnte das Unternehmen punkten.
    foto: apa

    Insgesamt wurde von A1 2015 ein solides Ergebnis eingefahren. Der Umsatz legte um 2,2 Prozent auf 2,53 Mrd. Euro zu, das Betriebsergebnis stieg um 166 Prozent auf 418,1 Mio. Euro. In den Bereichen Festnetz, Roaming/WholeSale sowie Handyverkäufe konnte das Unternehmen punkten.

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