St. Pölten und Austria im Cup-Halbfinale

9. Februar 2016, 21:02
270 Postings

Erstligist setzt sich in Mattersburg durch, Wiener bezwingen LASK knapp mit 1:0 – Linzer in Favoriten mit den besseren Chancen

Mattersburg/Wien – Der SKN St. Pölten und die Wiener Austria stehen im Halbfinale des österreichischen Fußballcups. Der Erstligist setzte sich beim SV Mattersburg mit 2:1 (1:0) durch, die Austria bezwang den LASK zu Hause mit 1:0 (1:0).

Die Treffer für St. Pölten erzielten Andreas Dober in der 8. und Tomasz Wisio in der 57. Minute, Thorsten Röcher glückte in der 88. Minute nur noch das Ehrentor für die Hausherren. Damit stehen die Niederösterreicher nach 2014 wieder in der Vorschlussrunde.

Dabei begann der SVM durchaus druckvoll und schnürte die Gäste an deren Strafraum ein, ohne jedoch wirklich gefährlich zu werden. Effizienter präsentierte sich die Mannschaft von Coach Karl Daxbacher. In der 7. Minute wehrte Mattersburg-Goalie Markus Kuster einen Schuss von Manuel Hartl mit Mühe ab, nach dem darauffolgenden Eckball traf Dober mit dem starken Wind im Rücken per Dropkick aus knapp 20 Metern ins Kreuzeck.

Danach ging der Mattersburger Spielfluss vorerst verloren, erst kurz vor der Pause wuchs der Druck wieder. Zunächst reklamierten die Hausherren nach einem Foul an Thorsten Röcher wohl zurecht, aber vergeblich Elfmeter (43.), dann fand Jano mit seinem Freistoß in Riegler seinen Meister (44.) und schließlich ging ein Schuss von Röcher nur knapp am langen Eck vorbei (45.).

Auch unmittelbar nach dem Seitenwechsel lag der Ausgleich in der Luft. In der 51. Minute scheiterte Röcher völlig freistehend an Riegler, zwei Minuten später versagte Schiedsrichter Alexander Harkam einem Kopfballtor von Pink wegen Abseits die Anerkennung.

Wie aus dem Nichts stellten die St. Pöltner in dieser Phase auf 2:0: Nach einem Freistoß von Dober konnte Wisio unbedrängt einschießen (57.). In der Folge versuchten es die Mattersburger mit der Brechstange, kamen aber zu keiner einzigen zwingenden Chance mehr – bis zur 88. Minute, als Röcher nach einem Gestocher in Folge eines Eckballs der Anschlusstreffer gelang. Der Ausgleich blieb den Gastgebern allerdings versagt, auch weil ein Kopfball von Pink die Außenstange streifte.

Effizientere Austria

In der Generali Arena entschied ein Treffer von Kayode-Ersatz Kevin Friesenbichler (21.) die Partie zugunsten der Austria. Der LASK präsentierte sich über weite Strecken als ebenbürtig, der Aufstiegsaspirant scheiterte jedoch an der eigenen Ineffizienz. Rene Gartler hatte dann auch die erste große Chance der Partie, vergab aber aus wenigen Metern am starken Austria-Goalie Osman Hadzikic (14.).

Die Führung für die im Vergleich zum 1:0 in Grödig drei Tage zuvor an fünf Positionen umgestellten Hausherren kam durchaus ein bisschen überraschend. Friesenbichler nutzte einen von Pavao Pervan nicht ideal abgewehrten Abpraller nach Schuss Lucas Venutos aus wenigen Metern (21.) und erwies sich so auch als idealer Ersatzmann des nach seiner Mittelfinger-Geste in Grödig gesperrten Olarenwaju Kayode.

Der LASK, der der Austria zuvor mit viel Pressing das Leben schwer gemacht hatte, verlor in der Folge den Zugriff auf das Spiel, die Austria kontrollierte nun das Geschehen. Gefahr jedoch kam nur durch eine abgerissene Flanke von Fabian Koch auf, die die Stange fand (27.).

Der LASK erholte sich gegen Ende der ersten Hälfte wieder, Hadzikic verhinderte nach einem missglückten Rückpass von Alexander Grünwald gegen Manuel Kerhe den Ausgleich (34.). Auch Austrias Ex-Nachwuchsspieler Peter Michorl fand kurz vor der Halbzeit nach Konter noch eine Chance vor, verzog aber klar (43.).

Die Oberösterreicher blieben auch nach dem Seitenwechsel gefährlich, einmal mehr musste Hadzikic bei einem Huspek-Schuss eingreifen (51.), wenig später hatten die Gäste bei einem Querlatten-Treffer viel Pech (58.). Kurz darauf machte auf der anderen Seite Pervan eine Chance von Friesenbichler zunichte (62.), es war die einzige der Austria in der zweiten Hälfte. (APA/red, 9.2. 2016)

ÖFB-Cup, Viertelfinale:
SV Mattersburg – SKN St. Pölten 1:2 (0:1). Mattersburg, Pappelstadion, 2.300, SR Harkam

Tore: 0:1 ( 8.) Dober, 0:2 (57.) Wisio, 1:2 (88.) Röcher

Mattersburg: Kuster – Farkas, Malic, Mahrer, Maksimenko (74. Templ) – Jano – Röcher, Perlak (61. Ertlthaler), Prietl – Bürger (61. Ibser), Pink

St. Pölten: Riegler – Dober, Huber, Wisio, Grasegger – Thürauer, Ambichl – Gschweidl (83. Schibany), Hartl, Schagerl (67. Dieng) – Segovia (60. Petrovic)

Gelbe Karten: Malic bzw. Dober, Ambichl

Austria Wien – LASK 1:0 (1:0). Wien, Generali Arena, 5.204, SR Hameter.

Tor: 1:0 (21.) Friesenbichler

Austria: Hadzikic – Koch, Windbichler, Rotpuller, Stronati – Serbest, Holzhauser – Gorgon, Grünwald (88. Vukojevic), Venuto (78. Meilinger) – Friesenbichler

LASK: Pervan – Ranftl, Cabrera, Ramsebner, Ullmann – Dovedan, Reiter, Michorl (76. Erdogan) – Kerhe, Gartler (86. Fabiano), Huspek (69. Imbongo)

Gelbe Karten: Serbest, Venuto, Holzhauser, Friesenbichler bzw. Ullmann, Dovedan, Ramsebner, Cabrera

Stimmen:

Thorsten Fink (Austria-Trainer): "Wir hatten heute Schwierigkeiten, das Spiel zu gewinnen. Wir haben Leichtsinnigkeiten im Spiel gehabt, nach dem 1:0 hat es sich mancher zu einfach gemacht. Da haben wir nachgelassen. Hadzikic hat heute sehr gut gehalten. Der LASK hat eine absolute Bundesligamannschaft. Wir haben den Gegner nicht unterschätzt. Für mich zählt, dass wir jetzt eine Runde weiter sind. Jetzt konzentrieren wir uns aufs Derby. Da müssen wir dann besser stehen."

Oliver Glasner (LASK-Trainer): "Ich bin mit der Leistung meiner Mannschaft sehr, sehr zufrieden. Wir haben der Austria Paroli geboten, haben viele Chancen erspielt, aber leider nicht verwertet. Wichtig ist, dass die Mannschaft gegen einen Gegner wie die Austria so Hochkaräter erspielt hat. Das müssen wir mitnehmen."

Ivica Vastic (Mattersburg-Trainer): "Wir waren heute nicht effizient genug. Wir waren über die gesamte Spielzeit die bestimmende Mannschaft, haben aber bei zwei Standards nicht gut verteidigt. Wir haben bis zum Schluss gekämpft, aber waren bei unseren Chancen nicht präzise genug. Ich bin stolz auf meine Mannschaft, sie hat eine gute Leistung, Moral und Engagement gezeigt."

Karl Daxbacher (St.-Pölten-Trainer): "Wir haben ordentlich Glück gehabt. Wir haben unsere Qualitäten gezeigt, die Standardsituationen waren der Schlüssel zum Erfolg. Mattersburg hat über das gesamte Spiel sehr viel Druck gemacht und war über weite Strecken die klar bessere Mannschaft. Wir haben uns mit Händen und Füßen gewehrt. Wir sind als Außenseiter ins Spiel gegangen, haben uns davor Chancen ausgerechnet. Wir freuen uns über den Aufstieg, jetzt warten die drei besten Mannschaften Österreichs auf uns."

  • Das Team von Coach Karl Daxbacher hatte in Mattersburg trotz Trainingsrückstands das bessere Ende für sich.
    foto: apa/hochmuth

    Das Team von Coach Karl Daxbacher hatte in Mattersburg trotz Trainingsrückstands das bessere Ende für sich.

  • Der LASK hielt gegen die Austria gut mit. Reinhold Ranftl bearbeitet Lucas Venuto.
    foto: apa/pfarrhofer

    Der LASK hielt gegen die Austria gut mit. Reinhold Ranftl bearbeitet Lucas Venuto.

Share if you care.