Ein Forscher vieler Eigenschaften

13. Februar 2016, 10:03
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Ernst Mach hat weit über die Physik hinaus viele bleibende Spuren hinterlassen

Wien – Über die Wissenschaft hinaus ist Ernst Mach zumindest durch die Mach-Zahl unsterblich geworden: Wenn ein Flugzeug mit Mach 2 unterwegs ist, fliegt es doppelt so schnell wie der Schall in der es umgebenden Luft. Angezeigt wird diese Geschwindigkeit vom sogenannte Machmeter. Und wenn das Flugzeug mit einem Knall die Schallmauer durchbricht, entsteht ein Kegel, der ebenfalls nach Mach benannt ist.

Der 1838 in Chirlitz bei Brünn geborene Mach, der in Graz, Prag und zuletzt in Wien lehrte, hat indes noch sehr viel mehr Spuren hinterlassen: Noch als Physikstudent gelang dem einfallsreichen Experimentator der Beweis des Dopplereffekts. Später machte er die ersten Aufnahmen von Gewehrkugeln und ihren Schockwellen, durch die er zu neuen Erkenntnissen in Sachen Überschallgeschwindigkeit kam.

Neben vielen weiteren physikalischen Großtaten wurde Mach aber auch zu einem Pionier der Psychologie, der Schriftsteller wie Hugo von Hofmannsthal, Arthur Schnitzler und Robert Musil inspirierte. Dessen Dissertation lautete übrigens "Beitrag zur Beurteilung der Lehren Machs".

Wie viele andere große Physiker formulierte Mach aus den neuen Erkenntnissen seines Fachs eine Erkenntnistheorie – streng antimetaphysisch, ganz an der Empirie ausgerichtet. Damit handelte er sich indirekt sogar Schwierigkeiten mit Lenin ein. Auch die Denker des Wiener Kreises waren von Mach beeinflusst und nannten sich 1928 "Verein Ernst Mach". Der Verein wurde 1934 von den Austrofaschisten aufgelöst.

Mach selbst, der politisch der Sozialdemokratie nahestand, war sehr um die Vermittlung von Naturwissenschaften bemüht. Er setzte sich für entsprechende Schulreformen ein und schrieb einige Physik-Schulbücher, ganz gemäß seinem eigenen Motto: "Ohne eine mathematisch-physikalische Ausbildung ist der Mensch doch nur ein Fremdling in dieser Welt." (tasch, 10.2.2016)

  • "Ein österreichisches Stahlmantelgeschoss mit 530 m/sec" – mit solchen Fotos wurde Mach zum Pionier der Überschallforschung.
    foto: ernst mach / peter salcher

    "Ein österreichisches Stahlmantelgeschoss mit 530 m/sec" – mit solchen Fotos wurde Mach zum Pionier der Überschallforschung.

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