Anleger zahlen: Hälfte der Bundesanleihen mit Negativzins

9. Februar 2016, 16:15
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Trotz Heta-Sorgen wurden Bundesanleihen zu Rekord-Niedrigzinsen aufgestockt – Wegen weltweiten Wachstumssorgen hohe Nachfrage nach "Sichere Hafen"-Anleihen

Wien – Anleger bezahlen der Republik Österreich bereits eine "Prämie", dass sie dem Staat Geld leihen dürfen, weil sie einen "sicheren Hafen" für ihr Geld suchen. Rund 50 Prozent der ausstehenden Bundesanleihen haben bereits eine negative Rendite, hieß es von der Bundesfinanzierungsagentur (OeBFA) zur APA. Die Republik muss damit immer weniger für das Schuldenmachen zahlen.

Am Mittwoch hat sich Österreich trotz des Tauziehens um den milliardenschweren Anleihenrückkauf der Hypo-Abbaugesellschaft Heta rund 1 Mrd. Euro zu Rekord-Niedrigzinsen vom Kapitalmarkt geholt. Einen extrem starken Zinsrückgang gab es bei der Aufstockung der zehnjährigen Bundesanleihe (2015-2025/1) um 600 Mio. Euro, bei der die akzeptierte Durchschnittsrendite auf 0,533 Prozent sank – nach noch 0,87 Prozent Mitte Jänner. Die lang laufende Bundesanleihe (2012-2044/4) wurde heute um 400 Mio. Euro aufgestockt zu einer Durchschnittsrendite von 1,287 Prozent, nach 1,5 Prozent im August 2015.

Die weltweiten Wachstumssorgen lassen Investoren ihr Portfolio immer mehr von Aktien in sicherere Staatsanleihen umschichten und drücken damit die Anleihenrenditen weiter nach unten. (APA, 9.2.2016)

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