Doku "Sugardaddy" im ZDF: Zuckersüßes Geld

9. Februar 2016, 17:35
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"Warum soll das jetzt schlechter sein als bei DM an der Kasse sitzen?", fragt eine junge Frau, die einen Finanzier sucht

Die 23-jährige Sarah hat es nicht leicht. Die Ausbildung zur Rettungsassistentin war ihr zu stressig, und sie möchte nicht vom Wohlwollen eines Mannes abhängig sein. Der logische Schluss für Sarah: Sie sucht sich einen älteren Mann, der ihr das Leben finanziert – einen Sugardaddy eben.

Dass ein gewisses Wohlwollen bei diesem Zeitvertreib zwingend ist, erfuhr der Zuschauer (vielleicht auch Sarah) im Laufe der Dokumentation Sugardaddy: Suche Jugend – biete Geld am Dienstagabend im ZDF.

"Warum soll das jetzt schlechter sein als bei DM an der Kasse sitzen?", fragt eine junge Frau, die gerade auf der Suche nach einem Finanzier ist, den Redakteur hinter der Kamera. Der Zuschauer könnte diese Art der Beziehung als eigene Form der Prostitution ansehen – Helena kontert: "Das ist was ganz anderes. Man baut eine Bindung auf."

Und trotzdem geht das schlechte Gefühl im Bauch nicht weg, wenn man hört, wie viel solche Damen im Monat für ein paar wenige Stunden – bei denen Sex keine Selbstverständlichkeit ist – verlangen. Eine alleinerziehende Mutter wollte 3000 bis 5000 Euro monatlich – natürlich nur wegen der Kinder, eine andere hätte von ihrem Gönner eine Monatspauschale von 12.000 Euro erhalten. Die Summen und Angebote auf der Datingwebsite – speziell für Sugardaddys – überschlagen sich.

Doch auch die älteren Männer haben ihr Kreuz zu tragen: Vom Verlust der Familie über frühere finanzielle Einbußen bis zur Angst vor der eigenen Sterblichkeit ist alles dabei.

Sarah muss sich jedenfalls einen neuen Geldgeber suchen, denn der letzte will heiraten – nur eben nicht sie. (Sandra Čapljak, 9.2.2016)

"Sugardaddy: Suche Jugend – biete Geld", Dienstag, 22.20 Uhr, ZDF

  • "Sugardaddy: Suche Jugend – biete Geld", Dienstagabend im ZDF.
    foto: screenshot/zdf.de

    "Sugardaddy: Suche Jugend – biete Geld", Dienstagabend im ZDF.

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