Wiener Börse: ATX unter 2.000 Punkte gerutscht

10. Februar 2016, 08:14
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Der heimischer Leitindex hat am Dienstag erstmals seit dem Höhepunkt der Schuldenkrise die Marke von 2.000 unterschritten

Der Wiener Aktienmarkt hat am Mittwoch im Plus eröffnet. Der heimische Leitindex ATX hat sich vorerst bei 1.986,68 Zählern oder 0,74 Prozent über dem Dienstag-Schluss stabilisiert.

Am Dienstag hat die Wiener Börse ihre Talfahrt fortgesetzt. Nach einem fast fünfprozentigen Einbruch zu Wochenbeginn ist der ATX bis Nachmittag neuerlich um mehr als vier Prozent auf 1.941 Zähler abgesackt. Damit hat der heimische Leitindex erstmals seit dem ersten Höhepunkt der Euro-Schuldenkrise im Jahr 2012 die Marke von 2.000 Punkten unterschritten. Ein weiteres Mal erfasste der Abschwung sämtliche Branchen, alle ATX-Titel notierten in der Verlustzone.

Am Mittwoch geht der Ausverkauf zunächst weiter: Der Nikkei-Index in Tokio fiel den zweiten Tag in Folge deutlich um 2,31 Prozent. Der breit gefasste Topix gab ebenfalls kräftig um 3,02 Prozent nach.

Ängste vor einem Konjunktureinbruch, genährt durch die schwächelnde Wirtschaft Chinas und den Preiskollaps vieler Rohstoffe, setzten wie am Vortag die Raiffeisen Bank International (RBI) und vor allem die Erste Group besonders stark unter Druck, wobei die als schlecht aufgenommene Bilanz der italienischen Großbank Unicredit zum vierten Quartal die Stimmung zusätzlich belastete. Auch die im Dunstkreis der Baubranche angesiedelten Wienerberger und Zumtobel setzten die Kursverluste des Vortags beinahe ungebremst fort. Auch die Voest verzeichnete überdurchschnittlich große Verluste.

Gold und Euro steigen

Damit fügt sich der Wiener Markt nahtlos ins Gesamtbild in Europa, wo die Kurse ebenfalls auf breiter Front nachgaben. Zuvor hatte bereits die Tokioter Börse mehr als fünf Prozent eingebüßt, wobei in Asien der chinesische Markt in Schanghai mit einem Minus unter einem Prozent vergleichsweise ungeschoren davongekommen war. Weiter im Aufwind befand sich das Angstbarometer Gold, auch der Euro legte gegenüber dem US-Dollar an Wert zu. (Alexander Hahn, 10.2.2016)

  • Die Aktienmärkte befinden sich derzeit im Würgegriff des Bären, Symboltier für fallende Kurse.
    foto: frank rumpenhorst

    Die Aktienmärkte befinden sich derzeit im Würgegriff des Bären, Symboltier für fallende Kurse.

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