Rapid und Admira suchen die Vergangenheit

9. Februar 2016, 15:11
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Den ÖFB-Pokal konnten die Hütteldorfer letztes Mal 1995 gewinnen. Die Admira will mit einigen Ex-Rapidlern bestehen

Mit Rapid und Admira Wacker Mödling treffen am Mittwoch (18.00 Uhr) im Viertelfinale zwei der vier erfolgreichsten Mannschaften der ÖFB-Cup-Geschichte aufeinander. Beide Fußball-Bundesligisten sind aber schon lange keine Cup-Spezialisten mehr. Die Hütteldorfer triumphierten zuletzt vor mehr als 20 Jahren, holten sich 1995 ihren 14. Titel. Die Admiraner jubelten 1966 über ihren sechsten Erfolg.

Für die Hütteldorfer ist es im Ernst-Happel-Stadion die Generalprobe für zwei anstehende Highlights. Am Sonntag findet in der Generali-Arena bei der Austria das Wiener Liga-Derby statt, am Donnerstag kommende Woche geht der erste Teil des Europa-League-Sechzehntelfinales beim schwächelnden spanischen Topclub Valencia über die Bühne. "Das Derby ist ganz weit weg, für uns zählt nur das nächste Spiel", betonte Rapid-Trainer Zoran Barisic am Dienstag.

Früher starten

Im Cup-Viertelfinale könnte es gegenüber dem Ligaauftaktsieg gegen den WAC Umstellungen geben, Barisic selbst hielt sich aber bedeckt, ließ sich alles offen. Fix ist, dass mit dem gesperrt gewesenen Kapitän Steffen Hofmann und dem genesenen Deni Alar zwei neue Alternativen bereit stehen. Die beiden hatten am Samstag von der Tribüne aus zwei verschiedene Rapid-Hälften gesehen.

"Es war nicht leicht für die Jungs. Man weiß nie, wo man steht, und wir haben gegen einen sehr gut organisierten, zweikampfstarken Gegner gespielt, der uns das Leben sehr schwer gemacht hat. Das sind aber Dinge, die normal sind. Ich hätte mir natürlich gewünscht, dass wir schneller in die Gänge kommen, aber trotzdem hat die Mannschaft in der zweiten Hälfte den Turnaround geschafft und nicht nur verdient gewonnen, sondern auch eine gute Leistung gebracht", warf Barisic noch einmal einen Blick zurück.

Dass es gegen die Admira einen ähnlichen Fehlstart geben könnte, glaubte Barisic nicht. "Ich denke immer an das Positive, daher mehr an die zweite Hälfte als an die erste", erklärte der Wiener. An die dortige Leistung gelte es anzuknüpfen. Das weiß auch Stefan Schwab. "Es liegt an uns, wie wir uns präsentieren. Wenn wir an die zweite Hälfte vom WAC-Spiel anknüpfen können, sollten wir keine Probleme haben aufzusteigen", sagte der Rapid-Mittelfeldspieler. Partien gegen seinen Ex-Club sind für den Salzburger mittlerweile keine besonderen mehr.

Enge Kisten

In der jüngeren Vergangenheit waren diese Spiele zumeist eng. Die Niederösterreicher konnten das bisher letzte Liga-Duell am 2. Dezember in der Südstadt 2:1 für sich entscheiden. Zuvor hatten die Wiener im Happel-Oval 2:0 gewonnen. "Von der Grundidee ist bei der Admira alles beim Alten. Wir wissen, was auf uns zukommt, ein laufstarker, zweikampfstarker Gegner, der auch spielerische Qualität hat", erklärte Barisic.

Die Wiener kamen in den vergangenen vier Cup-Anläufen nie über das Viertelfinale hinaus. Der letzte Finaleinzug im Jahr 2005 liegt schon lange zurück. "Wir sollten nicht in der Vergangenheit herumkramen. Was war, schieben wir auf die Seite", ist der Blick von Barisic nur nach vorne gerichtet. Allerdings nicht zu weit nach vorne. "Wir müssen an den nächsten Schritt denken und nicht an den übernächsten, wir müssen zuerst einmal schauen, dass wir die Admira biegen", sind für Rapids Trainer Gedanken um ein mögliches Semifinale noch tabu.

Wohin die Reise für die Hütteldorfer aber hingehen soll, ist klar. "Es ist unser klares Ziel, ins Finale zu kommen. Es ist der einfachste Weg, Titel zu gewinnen und sich international zu qualifizieren", sprach Sport-Vorstand Andreas Müller Klartext. Das Happel-Stadion wird am Mittwoch kein Hexenkessel sein, bis Dienstagmittag waren nur 5.000 Karten verkauft. Das ist kein Nachteil für die ambitionierten Gäste.

Überraschung im Visier

"Wir sind jetzt bis ins Viertelfinale vorgedrungen und wollen natürlich noch weiter kommen", gab Admira-Coach Ernst Baumeister die Marschroute vor. Für seine Elf ist es nach dem 1:2 gegen Salzburg der zweite Auftritt gegen einen Top-Drei-Club der Liga innerhalb kürzester Zeit. "Wir wissen, dass Rapid kein leichter Gegner sein wird. Wir wollen aber unsere Leistung vom Sonntag bestätigen, mit einem besseren Endergebnis", hat Baumeister eine Überraschung im Visier.

Hoch motiviert werden Lukas Grozurek, Dominik Starkl, Christoph Schößwendter und Eldis Bajrami zu Werke gehen, die allesamt Rapid-Vergangenheit haben. Die Admiraner kämpfen um ihren ersten Semifinaleinzug seit 2009, da war erst im Finale Endstation gewesen. Das Halbfinale wird am Sonntag (15.00 Uhr) in der Generali-Arena in Wien ausgelost, Spieltermine sind der 19. und 20. April. Das Endspiel folgt am 19. Mai in Klagenfurt. (APA, 9.2.2016)

Technische Daten und mögliche Aufstellungen:

SK Rapid Wien – FC Admira Wacker Mödling (Wien, Ernst-Happel-Stadion, 18.00 Uhr/live ATV, SR Jäger). Bisherige Liga-Saisonergebnisse: 2:0 (h), 1:2 (a)

Rapid: Strebinger – Pavelic, Sonnleitner, M. Hofmann, Stangl – Grahovac, Schwab – Schobesberger, S. Hofmann, F. Kainz – Jelic

Ersatz: Knoflach – Wöber, Nutz, Petsos, Murg, Prosenik, Tomi, Alar, Kuen

Es fehlen: Schaub (Knöchelverletzung), Novota (Schulterverletzung), Auer (im Aufbautraining), Schrammel, Dibon (beide schon wieder im Mannschafstraining)

Admira: Siebenhandl – Ebner, Schößwendter, Wostry, Zwierschitz – Lackner, Malicsek – Bajrami, Blutsch, Starkl – Grozurek

Ersatz: Kuttin – Wessely, Spiridonovic, R. Schicker, Monschein, P. Zulj, Ayyildiz

Es fehlen: T. Vastic (nach Kreuzbandriss), Sax (Muskelfaserriss in der Wade), D. Toth (Fußprellung)

Fraglich: Knasmüllner (Zehenprellung)

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