Beyoncé: Mit Black Panther und Malcolm X bei der Super Bowl

9. Februar 2016, 13:44
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Kämpferische Symbolik: Beyoncé tanzte bei der Super Bowl mit ihren Tänzerinnen in von der Black-Panther-Bewegung inspirierten Kostümen

Die dezente Geste ist nicht ihre Sache. In der Halbzeitshow der diesjährigen Super Bowl präsentierte sich Popstar Beyoncé bei der Performance ihres neuen Songs "Formation" dem Millionenpublikum überdeutlich in politischer Pose: Ihre Tänzerinnen traten in schwarzem Leder, schwarzen Kappen und mit Afro-Frisuren auf – ein an die Black-Panther-Bewegung angelehntes Outfit. Das von den Tänzerinnen zeitweise formierte X bildete in dieser Montur eine klare Referenz auf den Bürgerrechtler Malcolm X.

"Okay, ladies, let's get in formation" sang dazu Beyoncé. Es ist bei weitem nicht das erste Mal, dass der Superstar Bürger- oder Frauenrechtlerinnen zitiert. Bereits in ihrem Song "Flawless" aus dem Jahr 2013 nahm sie Bezug auf den Essay "We Should All Be Feminists" der US-nigerianischen Feministin und Autorin Chimamanda Ngozi Adichie. Spätestens seitdem wurde die Glaubwürdigkeit von Beyoncé als Agentin des "Black Feminism" debattiert. In diesen Diskussionen wurde ihr Auftreten immer wieder als "zu weiß" kritisiert: "In other words, if Beyoncé is a feminist, she is a white upperclass one", hieß es etwa unter dem Hashtag #coloredgirls, der Blogs und Kommentare unter anderem zu diesem Thema versammelt.

Mit dem Polizeiauto untergehen

"Unapologetically black" hieß es nun aber in aktuellen Reaktionen zu ihrem neuen Song "Formation", der einen Tag vor der Super Bowl veröffentlicht wurde. Darin fokussiert sie sowohl in ihrer Bildsprache wie auch in den Texten wiederholt auf Polizeigewalt gegen Schwarze, ihre Geschichte oder Hurrikan Katrina und fordert modisch bestens ausgestattet dazu auf, Stolz zu sein: "My daddy Alabama, momma Louisiana / You mix that negro with that Creole make a Texas bamma / I like my baby hair, with baby hair and afros / I like my negro nose with Jackson Five nostrils …". Weiter geht's mit Einblendungen von "Stop shooting us"-Graffitis, einem Slogan der "Black Lives Matter"-Bewegung, die sie und ihr Mann Jay Z unterstützen, …

beyoncé

… einem in die Kamera gehaltenen Cover von Martin Luther King mit dem Titel "More Than a Dreamer" oder der auf dem Dach eines Polizeiautos liegenden Beyoncé, die zusammen mit dem Auto in den von Katrina verursachten Fluten langsam versinkt. (beaha, 9.2.2016)

  • Beyoncé mit ihren Tänzerinnen im Black-Panther-Look.
    foto: reuters/matthew emmons

    Beyoncé mit ihren Tänzerinnen im Black-Panther-Look.

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