Börsensturz: "Schwarzer Montag" in Griechenland

9. Februar 2016, 10:53
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Niedriger Ölpreis belastet Börsen weltweit – Athener Leitindex stürzte um acht Prozent ab, Flüchtlings- und Finanzkrise verstärken den Abschwung

Tokio/Wien – Die europaweit schlechte Anlegerstimmung reißt auch die griechischen Aktien in die Tiefe. Die Athener Börse schloss am Montag mit dem niedrigsten Stand seit 1989. Der Leitindex ist um knapp acht Prozent eingebrochen.

Als "Schwarzen Montag" bezeichnete die griechische "Capital" den Tag bereits um die Mittagszeit, "Ausländer verlassen griechische Börse", schrieb die Tageszeitung "Kathimerini" in ihrer Online-Ausgabe. Zusätzlich zur schlechten Stimmung an den Märkten machten den Investoren die Flüchtlingskrise sowie ein mögliches Scheitern der Gespräche zwischen Griechenland und seinen Geldgebern Angst, stimmt die griechische Finanzpresse überein.

Griechenland und Portugal haben am Anleihenmarkt weiter massiv an Vertrauen eingebüßt. Dienstag im Sekundärmarkthandel stiegen für Griechenland die 10-Jahres-Renditen auf 10,626 Prozent. Das ist der höchste und damit für das Land teuerste Wert seit August 2015. Portugal musste eine Erhöhung auf 3,243 Prozent hinnehmen, der Höchststand seit November 2014.

Ängste um Konjunktur

Auch die Wiener Börse ist am Montag mit massiven Verlusten in die Woche gestartet. Der ATX fiel um 103,54 Punkte oder 4,86 Prozent auf 2.026,40 Punkte und damit den tiefsten Stand seit Oktober 2014. Am Dienstag startet der ATX erneut mit leichten Kursverlusten in den Handel.

Auch an vielen anderen internationalen Börsen ging es am Montag mit den Kursen bergab. Marktbeobachter erklärten die Verluste mit den anhaltenden Konjunkturängsten und dem Ölpreisverfall. Vor allem die Sorgen um Chinas Wirtschaft hatten zuletzt die Börsen belastet.

Billiges Öl drückt Indizes

Ein Ausverkauf an Bankaktien hat die Börse in Tokio am Dienstag einbrechen lassen. Hintergrund waren wachsende Sorgen über die Weltwirtschaft und die Stabilität des Finanzsektors. Zusätzlich drückte der starke Yen auf Exportwerte.

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index lag 5,2 Prozent tiefer bei 16.128 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index sank um 5,4 Prozent und lag bei 1306 Punkten. Der MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans fiel um ein Prozent. In China blieben die Aktienmärkte wegen des Neujahrfestes geschlossen. (APA, red, 9.2.2016)

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