LASK will bei der Austria überraschen

8. Februar 2016, 15:08
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Linzer gastieren im Cup-Viertelfinale in Wien und nehmen die Rolle des Underdogs entspannt an – Austrias Kayode gesperrt– Mattersburg empfängt St.Pölten

Wien/Linz – Die Wiener Austria strebt in ihrem Lieblingsbewerb erneut dem Finale entgegen. Im Viertelfinale des ÖFB-Cups trifft der Vorjahresfinalist und Rekordsieger am Dienstag (19 Uhr/live ORF Sport plus) auf den LASK. Im Duell des Tabellenzweiten der Bundesliga mit dem Dritten der Ersten Liga sind die Wiener zwar die Favoriten, die Vorbereitung auf die Partie verlief aber nicht ohne Probleme.

Erst Montag erreichte die Violetten unerfreuliche Kunde aus der Bundesliga-Zentrale: Der Strafsenat hat nach umfassender Videoanalyse des Spiels Grödig gegen die Austria (0:1) Torjäger Olarenwaju Kayode wegen unsportlichen Verhaltens beim Torjubel nachträglich belangt. Auch Michael Novak (SV Mattersburg) muss ein Spiel wegen Verhinderung einer offensichtlichen Torchance zuschauen.

Beide Spieler müssen bereits im Viertelfinale des Samsung Cups ihre Strafen verbüßen, weil die Sperren nach einer reinen Roten Karte ebenso wie nach einer erfolgten Anzeige bewerbsübergreifend beim nächsten auszutragenden Pflichtspiel wirksam werden.

Schwierig

Für die Austria ist dies ein weiterer personellen Aderlass. Wie ebenfalls am Montag bekannt wurde, zogen sich Roi Kehat und Thomas Salamon in Grödig Bänderverletzungen im Sprunggelenk zu. Das Duo wird voraussichtlich zwei Wochen pausieren müssen. Ebenfalls nicht fit ist Christoph Martschinko nach einer Grippe-Erkrankung.

An der Favoritenrolle des 27-fachen Cupsiegers ändert sich dennoch nichts. Fink: "Wenn wir unsere Leistung bringen, das spielen, was wir können, dann werden wir eine Runde weiter kommen." Immerhin sei der Bewerb der kürzeste Weg in den Europacup – ein Ziel, das die Austria für die laufende Saison dezitiert ausgegeben hat.

Der LASK reiste in einer ungewohnten Rolle in die Bundeshauptstadt. "Es ist eine angenehme Ausgangssituation, wir sind ja bisher in jedem Spiel in dieser Saison Favorit gewesen", sagte Trainer Oliver Glasner. Er hat sich mit seiner Mannschaft den Aufstieg in die höchste Spielklasse vorgenommen. Den Cup nehme man nun aber gerne mit.

"Wenn man im Viertelfinale steht, dann fährt man nur mit einem Ziel nach Wien: Ins Halbfinale kommen", so Glasner. Dies gelang dem LASK zuletzt 1999. Damals schafften es die Athletiker sogar bis ins Endspiel, verloren dieses aber im Elfmeterschießen gegen Sturm Graz und warten weiter auf ihren zweiten Titel nach 1965.

Gegen die Austria gingen bis dato sechs von acht Cup-Duellen verloren. Im jüngsten gingen die Linzer im Viertelfinal-Heimspiel im März 2010 aber als 1:0-Sieger vom Feld. In der Vorbereitung auf die nächste Auflage ließen die Linzer nichts unversucht. Obwohl die Meisterschaft in der Ersten Liga erst am 26. Februar startet, ging man bereits am 4. Jänner in die Vorbereitung. "Der späte Auftakt ist kein Problem", stellte Glasner klar.

SKN gastiert in Mattersburg

Ebenfalls am Dienstag treffen Mattersburg und der SKN St. Pölten aufeinander (18.30 Uhr). Vor zwei Jahren schaffte der Zweitligist unter Gerald Baumgartner den Einzug ins Finale und qualifizierte sich damit für Europa. Der nunmehrige Coach Karl Daxbacher sah seine "Wölfe" nun erneut hungrig. "Es ist eine super Sache. Wir gehen als Außenseiter ins Spiel, sehen aber durchaus Chancen", so der gebürtige St. Pöltner.

Mattersburg peilt nach neun Jahren Pause wieder den Sprung ins Halbfinale des ÖFB-Cups an. "Wir wollen das unbedingt schaffen und uns auch so präsentieren", sagt Trainer Ivica Vastic. Das bisher letzte Duell zwischen den beiden Teams begab sich am 1. Mai 2015 in der Ersten Liga und endete mit einem 4:0 des späteren Bundesliga-Rückkehrers aus dem Burgenland. St. Pölten will den Aufstieg heuer schaffen. Dazu wurden im Winter drei Spieler verpflichtet. Während Mark Prettenthaler und Bernd Gschweidl wohl auf der Bank Platz nehmen, könnte Cheikhou Dieng von Beginn an einlaufen.

Senegals U23-Teamspieler konnte zwar erst vor wenigen Tagen ins Training einsteigen, bewies aber schon im letzten Test gegen Ritzing (3:0) seinen Torriecher. (APA/red, 8.2. 2016)

Viertelfinal-Programm + mögliche Aufstellungen:

Dienstag:

SV Mattersburg – SKN St. Pölten (Mattersburg, Pappelstadion, 18.30 Uhr, SR Harkam)

Mattersburg: Kuster – Höller, Malic, Maksimenko, Fran – Jano – Farkas, Perlak, Prietl – Pink, Röcher

Ersatz: Borenitsch – Rath, Ibser, Ertlthaler, Sprangler, Templ, Bürger

Es fehlen: Novak (gesperrt), Grgic (nach Kreuzbandriss)

St. Pölten: Riegler – Dober, Huber, Wisio, Grasegger – Hartl, Thürauer, Ambichl, Dieng – Segovia, Schibany

Ersatz: Kuru – Prettenthaler, Stec, Martic, Beichler, Schagerl, Gschweidl

Es fehlen: Mader (konditioneller Rückstand nach Bandscheiben-OP), Holzmann (nach Kreuzbandriss), Brandl (Grippe)

FK Austria Wien – LASK (Wien, Generali Arena, 19 Uhr/live ORF Sport plus, SR Hameter)

Austria: Hadzikic – Larsen, Sikov, Rotpuller, F. Koch – Holzhauser, Grünwald – Venuto, Serbest, Gorgon – Friesenbichler

Ersatz: Pentz – Windbichler, Vukojevic, M. Leitgeb, De Paula, Meilinger

Es fehlen: Kayode (Sperre), Kehat (Bänderriss im Sprunggelenk), Salamon (Bänderdehnung im Sprunggelenk), Martschinko (Grippe), Almer (im Aufbautraining nach Teilabriss hinteres Kreuzband), Ronivaldo (Schambeinentzündung)

LASK: Pervan – Ranftl, Cabrera, Ramsebner, Ullmann – Hinum, Reiter, Michorl – Kerhe, Gartler, Dovedan

Ersatz: Penz – Lageder, Luckeneder, Fabiano, Imbongo, Erdogan, Drazan, Huspek

Es fehlen: Erbek (Seitenbandriss im Knie), Wiesinger (Knieprobleme)

Fraglich: Hinum (Bänderdehnung im Knie)

Weitere Viertelfinal-Spiele am Mittwoch: SK Rapid Wien – Admira Wacker Mödling (18 Uhr/live ATV), SK Sturm Graz – FC Red Bull Salzburg (20.30/live ORF eins)

Das Semifinale wird am kommenden Sonntag (ab 15.00 Uhr/live ORF eins) ausgelost, Spieltermine sind der 19. und 20. April. Das Finale steigt am 19. Mai in Klagenfurt.

  • LASK-Coach Oliver Glasner will dem Viertel- ein Halbfinale folgen lassen.
    montage: derstandard.at/fotos: apa

    LASK-Coach Oliver Glasner will dem Viertel- ein Halbfinale folgen lassen.

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