Börsensturz: "Schwarzer Montag" in Griechenland

8. Februar 2016, 18:17
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Athener Börse stürzte wegen Konjunktursorgen und Ölpreisverfall um acht Prozent ab – Flüchtlingskrise und Finanzkrise verstärken Abschwung

Wien/Frankfurt am Main – Die europaweit schlechte Anlegerstimmung reißt auch die griechischen Aktien in die Tiefe. Die Athener Börse schloss am Montag mit dem niedrigsten Stand seit 1989. Der Leitindex ist um knapp acht Prozent eingebrochen.

Als "Schwarzen Montag" bezeichnete die griechische "Capital" den Tag bereits um die Mittagszeit, "Ausländer verlassen griechische Börse", schrieb die Tageszeitung "Kathimerini" in ihrer Online-Ausgabe. Zusätzlich zur schlechten Stimmung an den Märkten machten den Investoren die Flüchtlingskrise sowie ein mögliches Scheitern der Gespräche zwischen Griechenland und seinen Geldgebern Angst, stimmt die griechische Finanzpresse überein.

Ängste um Konjunktur

Auch die Wiener Börse ist am Montag mit massiven Verlusten in die Woche gestartet. Der ATX fiel um 103,54 Punkte oder 4,86 Prozent auf 2.026,40 Punkte und damit den tiefsten Stand seit Oktober 2014. Auch an vielen anderen internationalen Börsen ging es am Montag mit den Kursen bergab.

Marktbeobachter erklärten die Verluste mit den anhaltenden Konjunkturängsten und dem Ölpreisverfall. Vor allem die Sorgen um Chinas Wirtschaft hatten zuletzt die Börsen belastet. Zudem habe sich auch das charttechnische Bild der Börsen nach den diesjährigen Verlusten deutlich eingetrübt.

Billiges Öl drückt Indizes

Belastet wurden Europas Börsen vom anhaltenden Ölpreisverfall, dem zuletzt erstarkten Euro und Sorgen um die Weltkonjunktur. Ausgelöst wurden diese auch von einigen zuletzt schwach ausgefallenen Konjunkturdaten aus China. Neue Nachrichten gab es zu Wochenbeginn zwar nicht, die jüngsten Börsenverluste dürften aber zu einer verschlechterten Charttechnik, Anschlussverkäufen und einer gewissen Eigendynamik der Märkte geführt haben, hieß es.

Händler in Europa berichteten von wachsenden Sorgen um den Finanzsektor angesichts eines Umfelds negativer Einlagenzinsen der EZB. Untermauert wurden diese Ängste von einigen schlecht aufgenommenen Ergebnissen. Mehrere internationale Großbanken haben für 2015 hohe Verluste melden müssen. (APA/red, 9.2.2016)

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