BMW X5 xDrive 40e: Ins Reduzieren investieren

11. Februar 2016, 10:42
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Dieser SUV steht eher für Luxus und Komfort als für sparsame Mobilität. Dabei kann er beides

Wien – Würde man die Kollegen vom ÖkoStandard fragen, sie würden wahrscheinlich zu einem kleineren Auto raten, so ließe sich am einfachsten Benzin sparen. Wer aber einen Riesen-Geländewagen mit allem Luxus und Komfort braucht und gleichzeitig ein wenig umweltschonender unterwegs sein will, der findet jetzt bei BMW ein passendes Angebot: Der X5 xDrive 40e kombiniert einen Vierzylinderbenziner mit einem Elektromotor zu einem 313 PS starken Gesamtpaket.

Abseits des exotischen Sportwagens i8 bot BMW bisher nur herkömmliche Hybridmodelle an, der X5 ist der Erste mit Plug-in-Technik. Die Batterie kann nun also nicht nur von der Bremskraftrückgewinnung oder dem Verbrennungsmotor gespeist werden, sondern auch extern über ein Stromkabel aufgeladen werden. Die Reichweite steigt damit auf knapp mehr als 30 Kilometer.

foto: guido gluschitsch
An die 30 Kilometer weit kommt man mit diesem X5 rein elektrisch angetrieben.

Exakt stehen 31 km am Papier, im Alltag werden sich die im normalen Betrieb aber nicht erreichen lassen. Die elektrische Reichweite sollte aber immerhin für Entfernungen innerhalb von Wien oder in der Nähe ausreichen, man kommt bequem in die Arbeit und wieder nach Hause, wenn auch nicht wesentlich weiter, wenn sonst alle anderen Systeme in Betrieb sind. Und auf den Komfort etwa einer Klimaanlage will man in diesem Auto nicht verzichten.

foto: guido gluschitsch
Innen gibt es Luxus, Leder und Ladestandsanzeige.

Der Normverbrauch dieses X5 wird mit 3,3 Liter angegeben, das hängt ganz von den Fahrgewohnheiten ab. Als Verbrennungsmotor kommt ein Benziner und kein Diesel zum Einsatz, es ist ein 2,0-Liter-Vierzylinder, der mit Turbolader 245 PS leistet. Der kleinere Partner sitzt in der Achtgangautomatik. Der Elektromotor kann 113 PS beitragen und wuchtet den Wagen bereits beim Anfahren mit 250 Newtonmeter nach vorne. Gemeinsam kommen die Motoren dann auf 313 PS und 450 Nm.

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Ein Riesentrumm von Auto kann auch rein elektrisch bewegt werden, dafür muss man aber schon das Kabel in die Hand nehmen.

Wie man unterwegs ist, entscheidet der Fahrer oder die Fahrerin. In den meisten Fällen wird die Einstellung "Auto" sinnvoll sein, hier kooperieren Benziner und E-Motor je nach Bedarf. Der Elektromotor unterstützt den Benziner dann vor allem bei der Anfahrt und der Beschleunigung, das ist beim Fahren aber kaum spürbar. Die Beschleunigung von null auf hundert geschieht in 6,8 Sekunden, die Spitze liegt bei 210 km/h, da fließt das Benzin.

Elektrisch in der Stadt

Es gibt aber auch eine Einstellung, mit der der Verbrennungsmotor deaktiviert wird, der Wagen ist dann rein elektrisch unterwegs. Das ist vor allem in der Stadt sinnvoll und geht, solange die Batterie es zulässt. Im elektrischen Betrieb sind maximal 120 km/h möglich, für den Stadtverkehr also mehr als ausreichend.

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Zwei mächtige Emdrohre hat er trotzdem, der 40e, auch wenn er sich laut Normverbrauch mit 3,3 Liter auf 100 Kilometer begnügt.

Umgekehrt kann aber auch der Elektromotor deaktiviert werden, das macht Sinn auf längeren Überlandstrecken, wenn man sich die elektrische Reichweite für die nächste Stadt aufheben will.

In dieser Kombination ist das System natürlich unschlagbar, man kann in der Stadt gänzlich emissionsfrei unterwegs sein, kommt aber ohne Verzicht auf Leistung überall hin.

Sparen kostet

70.000 Euro sind für die Grundausstattung hinzulegen, das klingt für das Gebotene noch moderat, mit ein paar unumgänglichen Extras kommt man aber auch leicht an die Hunderttausender-Grenze. Man muss also einiges ausgeben, um sparen zu können, dafür gehört man zu den ganz innovativen Technologieträgern. (Michael Völker, 11.2.2016)

Nachlese:

BMW X5 xDrive 40e: Grün der Zeit

Porsche Cayenne Plug-in: Öko-Musterknabe

Mercedes GLC: Einer will immer der Boss sein

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Hinweis im Sinne der redaktionellen Leitlinien: Die Teilnahme an internationalen Fahrzeug- und Technikpräsentationen erfolgt großteils auf Basis von Einladungen seitens der Automobilimporteure oder Hersteller. Diese stellen auch die hier zur Besprechung kommenden Testfahrzeuge zur Verfügung.

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