Orkantief "Ruzica" bläst deutsche Rosenmontagszüge ab

8. Februar 2016, 18:19
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Mainz, Düsseldorf und Münster sagten Events ab, Köln hält durch – Absage auch in Innsbruck

Düsseldorf/Köln/Mainz – Das Sturmtief "Ruzica" hat vielen Narren in Deutschland am Rosenmontag einen Strich durch die Rechnung gemacht. In den Karnevalshochburgen Düsseldorf und Mainz wurden nach Warnungen vor schweren Sturmböen die Umzüge abgesagt. In Köln machte sich "de Zoch" dagegen auf den Weg und wurde doch noch mit schönem Wetter belohnt. Allerdings durften wegen der Sturmwarnung Pferde nicht mitgehen.

In Düsseldorf soll der Umzug nachgeholt werden. Die für ihren oft bissigen Spott berühmten Mottowagen präsentierten die Macher des Rosenmontagszuges dennoch vor dem Rathaus. Ein Wagen zeigte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), die von einer "Flüchtlingswelle" erfasst wird. Ein anderes Motiv griff die Silvester-Gewalt in Köln auf: An eine Rakete waren dabei zwei "Sexual-Täter" gebunden, an die Zündschnur hielt eine Frau ein brennendes Streichholz.

1990 bereits abgesagt

In Düsseldorf hatte das Wetter schon einmal zur Absage des Umzugs geführt: Das war 1990 wegen eines schweren Orkans, der Umzug wurde später allerdings nachgeholt. Bereits am Sonntagabend war der Mainzer Rosenmontagszug abgesagt worden. Auch in anderen Städten wie Münster, Essen oder Duisburg fanden die Züge wegen der Sturmwarnungen nicht statt.

In Köln startete der Zug wie geplant am Montag um 10.00 Uhr. Trotz der Wettervorhersagen säumten Zehntausende Menschen die Straßen. Vom Sturmtief "Ruzica" blieb Köln weitgehend verschont, stattdessen zeigte sich zum Teil sogar die Sonne. Die Polizei war am Rosenmontag erneut mit rund 1.850 Beamten im Einsatz. "Das Konzept des konsequenten Eingreifens hat wirklich gegriffen", sagte Polizeipräsident Jürgen Mathies.

Böen in Österreich nur auf den Bergen

In Österreich geht es in den letzten Faschingstagen laut dem Wetterdienst Ubimet deutlich ruhiger zu. Auf den Bergen müsse man zwar ebenfalls mit Böen von mehr als 100 km/h rechnen, in den Niederungen ist Sturm vorerst aber lediglich örtlich ein Thema. "Nur in den typischen Föhnregionen sowie im östlichen Flachland kann der Wind mitunter kräftig durchgreifen", so Ubimet-Meteorologe Josef Lukas.

Betroffen ist auch die Gegend um die Tiroler Landeshauptstadt, deshalb hat die Stadt Innsbruck für Faschingsdienstag vorsorglich die Veranstaltungen in der Innen- und Altstadt abgesagt. Windböen um 50 bis 70 km/h seien am Nachmittag häufig, einzelne Böen könnten auch bis zu 90 km/h erreichen, prognostizierte die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG).

"Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht, aber die Sicherheit ist oberste Maxime für unser Tun und Handeln", teilte das Stadtmarketing am Montag in einer Aussendung mit. Alle Feierwütigen hätten trotzdem die Gelegenheit in den Cafes und Restaurants der Innen- und Altstadt den Faschingskehraus zu feiern.

In Vorarlberg sowie in Osttirol und Kärnten ist es an beiden Tagen oft trüb mit etwas Regen und Schneefall. Sonst lockert der föhnige Südwestwind die Wolken länger auf und mit 5 bis 16 Grad bleibt es mild. (APA, dpa, red, 8.2.2016)

  • Karneval in Mainz – das Wetter spielt nicht mit.
    foto: reuters/kai pfaffenbach

    Karneval in Mainz – das Wetter spielt nicht mit.

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