Twitter-Chef nach Empörungssturm: "Wir hören die Kritik"

7. Februar 2016, 09:05
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Dementiert Pläne die Timeline zu verändern allerdings nur teilweise – Fokus auf Echtzeit soll Stärke bleiben

Wer am Samstag in seinen Twitter-Stream blickte, konnte meinen der Untergang des Microblogging-Services stehe kurz bevor. Unter #RIPTwitter machten dermaßen viele Nutzer ihrem Unmut über den Dienst Luft, dass die Selbstreferentialität auf Twitter neue Höhenflüge erklomm: Der Hashtag wurde klar dominierenden Thema des Tages auf der Plattform.

Hintergrund

Anlass dafür war ein Bericht, demnach das Angebot schon in wenigen Tagen eine zentrale Änderung an der Timeline vornehmen wolle. Statt einer chronologischen Sortierung wolle Twitter künftig die Algorithmen entscheiden lassen, was die Nutzer als erstes zu sehen bekommen. Auch wenn es sich dabei lediglich um einen unbestätigten Bericht handelte, brach umgehend ein Sturm der Empörung los. Viele einflussreiche Twitter-Nutzer machten ihrem Unmut offen Luft, so mancher sah hier gar den Wandel hin zu einem zweiten Facebook – und somit das Ende von allem, was sie an Twitter schätzen gelernt haben.

(K)Ein Dementi

Am Abend mitteleuropäischer Zeit meldete sich dann Twitter-Boss Jack Dorsey zu Wort und versuchte die Wogen zu glätten: "Wir hören euch" begann er eine Abfolge von Tweets, in der er dem Bericht bei genauer Betrachtung allerdings nur begrenzt widersprach. Zwar betont Dorsey, dass man nie vorgehabt habe, die Timeline kommende Woche umzustellen, die Formulierung klingt aber vor allem wie eine Entgegnung zum kommunizierten Zeitraum. Und während der Twitter-Boss betont, dass Echtzeit weiter im Kern des Services stehen soll, deutet er in anderen Tweets sehr wohl Änderungen an.

Ausblick

So verweist Dorsey auf das "Während du weg warst"-Feature um einen Blick in die Zukunft des Services zu bekommen. Gerade dieses steht aber immer wieder in der Kritik, eben weil es die rein chronologische Sortierung durchbricht. Zudem will man künftig vor allem dabei behilflich sein, Nutzer mit ähnlichen Interessen und Themen aufzuspüren anstatt Freundschaftskreise zu organisieren, wie es im Kern anderer Services wie Facebook steht. (apo, 7.2.2016)

  • Twitter-Chef Jack Dorsey versucht die Wogen zu glätten.
    foto: apa/epa/andrew gombert

    Twitter-Chef Jack Dorsey versucht die Wogen zu glätten.

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