Ungarns Schulstaatssekretärin muss gehen

6. Februar 2016, 12:50
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Nach Protesten wegen chaotischer Zustände

Budapest – Nach Protesten wegen chaotischer Zustände an Ungarns Schulen hat die rechtskonservative Regierung die Staatssekretärin für das Schulwesen, Judit Czunyi-Bertalan, entlassen. Wie der zuständige Minister Zoltan Balog am Samstag in Budapest bekannt gab, wird die Politikerin künftig als Regierungskommissarin für digitale Content-Entwicklung arbeiten.

Als Nachfolger nominierte Balog den bisherigen Staatssekretär für das Hochschulwesen, Laszlo Palkovics. Beobachter in Budapest halten die Entlassung von Czunyi-Bertalan für ein Bauernopfer. Die loyale Funktionärin aus der Regierungspartei Fidesz (Bund Junger Demokraten) von Ministerpräsident Viktor Orban habe den Flurschaden bereinigen sollen, den ihre von 2010 bis 2014 amtierende Vorgängerin Rozsa Hoffmann angerichtet habe, schrieb das Nachrichten-Portal index.hu am Samstag.

Hoffmann hatte in vollem Einklang mit den Vorstellungen Orbans das Schulwesen zentralisiert, die Lehrfreiheit eingeschränkt und die Lehrer der Willkür staatlicher Stellen ausgeliefert. Die abrupten Veränderungen brachten aber die meisten Schulen an den Rand ihrer Funktionsfähigkeit. Am vergangenen Mittwoch gingen deshalb in zwölf Städten Tausende Lehrer, Schüler und Eltern auf die Straße. (APA, 6.2.2016)

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