Skandal auf dem Opernball

Einserkastl5. Februar 2016, 18:27
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Der Opernball ist, wie er ist, stellenweise elegant, stellenweise trashig

Na endlich, doch ein Skandal auf dem diesjährigen Opernball! Man hat schon Angst gehabt ... Danke FPÖ!

Es war nämlich so: Der ORF hat einen jahrzehntealten Clip gezeigt, in dem Ursula Stenzel, damals Ballberichterstatterin, irgendeinen Promi interviewt. Die ORF-Präsentatorin Mirjam Weichselbraun dann live so: "Ich frag mich, was aus der Interviewerin geworden ist ... wahrscheinlich nicht viel."

Also ob jetzt FPÖ-Gemeinderatsabgeordnete in Wien und Beinahepräsidentschaftskandidatin der FPÖ "nicht viel" ist – bitte, das ist Auslegungssache. Aber nicht für Strache, der sich roboterhaft in den Empörungsmodus setzte: "zwangsgebührenfinanzierter ORF", "keine ausgewogene, neutrale Berichterstattung", "von Ursula Stenzel noch einiges abschauen". Und so weiter. Was aber dann in den sozialen Medien an sexualaggressivem Kretinismus von manchen Stenzel-Fans gegen Weichselbraun abgeladen wurde, lässt einen ahnen, was uns bevorstehen könnte.

Der Opernball ist, wie er ist, stellenweise elegant, stellenweise trashig. Halt eine Mischung aus Frack-mit-Dekorationen-und-Schärpe-Staatssteifheit und teils schmerzhaft schiachen Damenroben. Mit Einsprengseln vom rührenden Charme der DebütantInnenjugend. Apropos Roben: Mirjam Weichselbraun fiel zur güldenen Verpackung von "Spatzi" Lugner der Begriff "Ferrero Rocher" ein.

Das verdient eine Prämie. (Hans Rauscher, 5.2.2016)

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    foto: apa/georg hochmuth
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